Soziale Gesetzgebungspolitik, freie Rechtsfindung und soziologische Rechtswissenschaft bei Eugen Ehrlich
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Eugen Ehrlich (1862-1922), Begründer der empirischen Rechtssoziologie wird bis heute als bloßer Naturalist, Positivist und Willkür-Freirechtler verkannt. Seit fast 100 Jahren wird seiner Rechtswissenschaft unterstellt, sie erkläre Recht unabhängig von Gerechtigkeit rein kausal aus sozialen Ursachen und proklamiere den Abschied von der Gesetzesbindung des Richters. Die Arbeit widerlegt diese Vorurteile der »Soziologisierung« und »Politisierung« des Rechts, anhand einer Analyse des Ehrlichschen Gesamtwerks, die alle verfügbaren, auch neue Quellen einbezieht. Sie untersucht Gesetzgebungspolitik, Rechtsfindungslehre, juristische Dogmatik und soziologische Rechtswissenschaft im Kontext der politischen Stellungnahmen Ehrlichs. Dabei erschließen sich die zentrale Bedeutung der Eigentums- und Vertragsfreiheit für die Rechtsfunktion ebenso, wie die in der rechtswissenschaftlichen Methodendiskussion nach wie vor nicht ausgeloteten Möglichkeiten der Ehrlichschen Interessenabwägungsmethode. Das Werk richtet sich vor allem an Juristen, Historiker, Soziologen, und Politologen. Der Autor ist Associate Professor an der Universität Kyushu/Japan und hat auch die erhebliche japanische Ehrlich-Rezeption verarbeitet.