Auf dem Lingkor, dem Pilgerweg, der um den Palast seiner Heiligkeit des Dalai Lama in Dharamsala führt, traf Namgyal Lhamo Taklha immer wieder Frauen mit faszinierenden Lebensgeschichten: eine Nomadin aus der Grassteppe, eine Adlige aus Lhasa, die Mutter des Dalai Lama. Die beeindruckenden Biografien von neun Tibeterinnen zeigen die Stärke der Frauen, ihre außergewöhnliche Bedeutung in der Gesellschaft und die aus uralten Zeiten überlieferten Traditionen. Diese Erinnerungen an das alte Tibet ═ vor der Zeit der chinesischen Okkupation ═geben außergewöhnliche Einblicke in die Einzigartigkeit des zentralasiatischen Landes.
The autobiography offers a vivid account of Namgyal Lhamo Taklha's childhood in a vanished Tibet and her experiences across four continents. It provides an engaging history of the Tibetan diaspora, enriched with personal anecdotes. Unlike other Tibetan narratives, Taklha explores the unique challenges she faced while adapting to life in America and Europe, highlighting her resilience and the complexities of cultural transition.
Ihre Geburt am 22. Tag des 5. Monats im Jahr des Wasserpferdes sollte Glück bringen, wie man ihr später erzählte. Die Ankunft des 1942 erstgeborenen Enkelkindes der einflussreichen Tsarong-Familie fiel mit der monatlichen Lieferung von Öl, Gerste, Erbsen und Weizen aus ihren Ländereien zusammen. Ironischerweise hätte ihr als Junge eine angesehene Position in der tibetischen Regierung zugestanden. Doch so konnte Namgyal Lhamo Taklha zur vielleicht wichtigsten Botschafterin ihres geschundenen Landes aufsteigen, neben ihrem Schwager, dem Vierzehnten Dalai Lama. Ein neugieriger Kunde in ihrem New Yorker Tibetan Arts and Craft Shop ermutigte sie, ihre Geschichte aufzuschreiben, um das wahre Bild des alten Tibets zu bewahren. Als Spross zweier uralter tibetischer Familien erlebte Namgyal eine privilegierte Kindheit in Lhasa, die an das sagenhafte Shangri-La erinnert. Nach der Flucht ihrer Familie ins indische Exil begann ihr langer Marsch für Tibet. Sie arbeitete als Übersetzerin für die Exilregierung und half bei tibetischen Wiederansiedlungsprojekten in Europa. Ihr Nomadenleben brachte sie mit vielen Persönlichkeiten zusammen, darunter Regisseur Martin Scorsese, für dessen Filmprojekt Kundun sie beratend tätig war. Ihr persönliches Glück fand Namgyal in der Ehe mit Lobsang Samden, dem älteren Bruder des Dalai Lamas. Ein atemberaubendes Buch, das Kultur und Religion ihrer verlorenen Heimat lebendig hält!