Plotin ist der Begründer des Neuplatonismus. Seine Interpretation des Platonismus als eines konsequenten Denkens der Transzendenz findet seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts reges philosophisches und philosophiehistorisches Interesse und wird als eigenständiger Beitrag zur Wahrheitssuche und als dem klassischen Platonismus, dem Aristotelismus und der hellenistischen Philosophie gleichrangige philosophische Tradition anerkannt. Das Handbuch verortet Plotin zunächst biographisch-historisch, beschreibt dann sowohl den Exegeten als auch den systematischen Denker und führt über eine interpretierende Inhaltsübersicht seiner Schriften in Plotins Werk ein. Der Hauptteil erläutert zunächst die philosophiehistorischen Traditionen und Kontexte von Plotins Denken und stellt dann in systematischer Form zentrale Themen seiner Philosophie dar. Abgeschlossen wird das Handbuch durch eine Gesamtdarstellung der Wirkungsgeschichte Plotins. Ein Personen- und Sachregister ermöglicht eine zusätzliche spezifische Erschließung des Inhalts.
Christian Tornau Knihy


Christentum und Politik
Vermehrte Beiträge des 19. Würzburger Augustinus-Studientags am 24. Juni 2022
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Augustinus von Hippo (354-430) war kein eigentlicher politischer Denker, hat aber in seinen Schriften zahlreiche Ideen für eine ‹politische Theorie› aus christlicher Perspektive vorgelegt. Dies gilt insbesondere für seine Großschrift De civitate dei TITEL BITTE KURSIV, die das Dasein von Christinnen und Christen in der Welt als ein Zugleich von Zugehörigkeit und Fremdheit bestimmt; es gilt aber auch für seine Briefe, die seine politischen Ideen in theoretischer Reflexion und zugleich in pastoraler und kirchenpolitischer Umsetzung zeigen. Mit seinem politischen Denken und Handeln hat Augustinus vielfältig auf Mittelalter und Neuzeit gewirkt und bis in die Gegenwart zur Auseinandersetzung herausgefordert. Der vorliegende Band versammelt fünf Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten, die Augustins ‹politische Theorie› von den Anfängen bis zum ‹augustinischen Liberalismus› des 21. Jahrhunderts verfolgen.