Die Erzählungen im biblischen Buch Exodus schildern spannungsreiche Prozesse der Transformation und kollektiven Identitätsbildung unter der Führung von Mose und Aaron. Der Weg des Gottesvolks durch die Wüste bietet in bibelwissenschaftlicher und organisationstheoretischer Perspektive einen reichhaltigen Schatz an Impulsen zu den Themen von Biographie und Berufung, Konflikt und Rollenklärung, Vision und Führungsstil, Gewalt und Scheitern, Nachfolgeregelung und Erinnerungskultur. So wird ein traditionsreicher theologischer Text aus neuer Perspektive als Schlüssel zur Frage gelesen, wie Leitung in Entwicklung führen kann – in Kirche und darüber hinaus.
Tobias Häner Pořadí knih (chronologicky)


Ironie und Ambiguität im Ijobbuch
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Ironie und Ambiguität spielen in neueren Untersuchungen und Kommentaren zum Ijobbuch eine nicht unbedeutende Rolle. Tobias Häner macht diese beiden Aspekte des Texts zum Mittelpunkt seiner Studie. Übertreibungen und das Ausmaß an Wiederholungen stellen in der Prologerzählung Anzeichen von pragmatischer Unaufrichtigkeit dar, die auf Endtextebene die ironischen Gehalte in den weiteren Buchteilen vorbereitet. Im poetischen Teil des Buches sind ironische Sinnspitzen vor allem in den Ijobreden zu verorten. Intradiegetisch werden dabei durch teilweise leicht verfälschte Zitate und Anspielungen die Argumente der Freunde rhetorisch untergraben, extradiegetisch lässt sich eine Ironisierung der Gebetssprache der Psalmen ausmachen. In den Gottesreden wird dagegen umgekehrt Ijob zum Ziel der Ironie, die zusammen mit den Ambiguitäten auf die Begrenztheit menschlichen Erkenntnisvermögens verweist.