Albert Pütz Knihy



5. Oktober 1950: Ein Labyrinth wird vermessen. Guido Pagels kehrt zurück in die Abtei Himmerod, in der er gegen Kriegsende Sanitäter gewesen war. Er ist Maler, möchte das blaue Licht der Eifel einfangen, und findet das Planquadrat Himmerod hermetisch abgeriegelt vor. Horst Birtler und Gregor Kuckoff, zwei seiner früheren Bekannten, sind noch da und halten ihre Identität unter Kutten und Aliasnamen verborgen. Es treffen Gäste ein. Auch sie wollen nicht erkannt werden, die Waffen-SS führt Regie. Am folgenden Tag soll den Gästen Hecht serviert werden … Albert Pütz ist ein Meister der listigen Geheimniskrämerei. Sein kritischer Roman aus dem Jahr 1990 über die Geheimtagung ehemaliger Wehrmachtsoffiziere in der Abtei Himmerod zur Vorbereitung der Wiederbewaffnung Westdeutschlands nimmt historische Begebenheiten in der Eifel zum Anlass, eine imaginäre Topographie zu entwerfen: spannungsgeladen, surreal und verblüffend nah am Geschehen heutiger Zeiten, in denen eine Kriegsertüchtigung der Zivilgesellschaft auf der politischen Agenda steht.
Nach Sonnenuntergang füllt sich das Wasserrevier mit grünstichigem Licht. Fahl, wie erloschene Augen, starren darin die zur Talseite ausgelegten Fenster der Abtei. Im allerletzten Licht wächst und blüht eine Stille wie hinter dick verstaubten Tüllvorhängen. Die Legende lebt. Noch heute hält sich jeder Fischer im Himmeroder Talgrund für verflucht, wenn er in diesem Moment der großen kosmischen Energie, ein Christ würde sagen, in diesem Moment der Gottesgegenwart, sein Netz oder seinen Köder auswirft, um Fisch zu landen. Ein nichtswürdiger Fischmeister. Zu dieser Stunde treibt er sein Fischwesen. In einem Kahn, den er eigens angebohrt hat, dümpelt der Hecht ...