Wie wurde etwas Romantisches vor der Epoche der Romantik genannt? Und was gilt danach als romantisch? Dieses kulturpolitische Geschichtsbuch analysiert, dass die deutschen Romantiker durch Konventionen geprägt wurden, die eine gewisse Weltfremdheit auszeichneten. Ziel ist es, den inflationären Gebrauch des Begriffs „Romantisch“ einzudämmen, wobei die Autoren den Romantiker als gesellschaftsverändernde Figur definieren, die politisch aktiv ist. Auf der Suche nach der wahren Romantik in Philosophie, Literatur, Kunst und Musik entrümpeln die Autoren das Konzept und zeigen, dass deutscher Patriotismus eine pastorale Waldreligion darstellt. Sie beleuchten das ideologische Erbe der politisch Romantiker, das bis in moderne Bewegungen reicht, und verknüpfen es mit historischen Ereignissen und Persönlichkeiten. Der Leser erfährt, warum der Erste Weltkrieg bereits 100 Jahre früher hätte stattfinden können, die Rolle Napoleons im deutschen Nationalismus, sowie die Unterschiede zwischen Beethoven und Schubert. Auch die Verbindungen zwischen Hainbündlern, Heine, Hegel und Hitler werden thematisiert, ebenso wie Wagners Einfluss auf Waterloo und die Wurzeln der Grünen im rechten Spektrum. Eine zentrale Erkenntnis: Die deutsche politische Romantik ist nicht in der Krise, sie ist die Krise!
Thomas G. Schmidt Pořadí knih (chronologicky)
