Das Bauhaus in Dessau steht seit 1997 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, ebenso wie drei weitere wichtige Ereignisorte des 20. Jahrhunderts, die den Spannungsbogen von Modernität und Barbarei symbolisieren: die Stadt Brasilia, Auschwitz und Hiroshima. Die intellektuelle Herausforderung dieser Auswahl ist ein Anlass, die vier Ereignisorte als einen Zusammenhang zu diskutieren, in dem Modernität und Barbarei nebeneinander stehen und nicht mehr durch ein aufklärerisches „Oder“ voneinander geschieden werden können. Dabei erweisen sich „Urbanisierung“, „totaler Entwurf“ und „Politik der Erinnerung“ als durchgängige Themenbereiche, um das Weltkulturerbe des 20. Jahrhunderts begrifflich zu fassen.
Walter Prigge Knihy





Städtische Intellektuelle
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Rowohlts Enzyklopädie - 471: Die Unwirklichkeit der Städte
Großstadtdarstellungen zwischen Moderne und Postmoderne
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Jost Hermand, geboren 1930 in Kassel, promovierte 1955 an der Universität Marburg und ist emeritierter Professor für deutsche Kulturgeschichte an der University of Wisconsin-Madison sowie Honorarprofessor an der HU Berlin. Zu seinen bedeutenden Veröffentlichungen zählen Werke wie «Epochen deutscher Kultur von der Gründerzeit bis zum Expressionismus» (1959–75), «Literaturwissenschaft und Kunstwissenschaft» (1965), und «Die Kultur der Weimarer Republik» (1979, mit Frank Trommler). Weitere wichtige Titel sind «Sieben Arten an Deutschland zu leiden» (1979), «Der alte Traum vom neuen Reich» (1988), und «Als Pimpf in Polen» (1993). Harald Jähner, Jahrgang 1953, war bis 2015 Feuilletonchef der «Berliner Zeitung» und ist Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. Sein Buch «Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955» (2019) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet und war monatelang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste. Es wurde international veröffentlicht und für den Baillie-Gifford-Preis nominiert. «The Times» lobte es als «bewegende, faszinierende Lektüre», in der Jähner meisterhaft die Geschichten der Zeitzeugen erzählt.
edition suhrkamp - 912: Mythos Metropole
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Plattenbau oder die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten
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Die systemische Planung von Bauten basiert auf einem normativen Regelwerk, sie obliegt einem Maximierungsanspruch höchster Effizienz und beansprucht eine universale Übertragung auf Großeinheiten. Dieser Anspruch auf Universalität schließt nicht nur die utopischen Verheißungen der Moderne sondern gleichsam deren dystopisches Potential mit ein. Das zwanzigste Jahrhundert hat uns dies drastisch vor Augen geführt. Aus dem Scherbenhaufen ehemals visionärer Staatsmodelle erhebt sich heute unerschütterlich das gebaute Erbe eines universalen oder vielmehr unifizierten Lebens(t)raumes. Plattenbauten als vermeintlich gebaute "Utopie", basieren auf einem Plattensortiment, das in der Begrenzung der Kombinationen und der Reduktionen auf wenige Typen zur Festschreibung reduzierter Möglichkeiten und somit zur Erstarrung eines variablen Systems führte. Mit der Normierung und Typisierung von Bauelementen wurde der Architektur ein Baukastensystem zugrunde gelegt, das in der Begrenzung der Kombinationsmöglichkeiten den Spielraum des Architekten beschnitt und Gestaltungsfragen durch schematische Regeln ersetzte. Daß die Idee des Baukastens jedoch ein gewaltiges gestalterisches Potential in sich trägt, das sich sogar in Form von visionären utopischen Räumen zu entfalten vermag, wird in dem vorliegenden Buch in vielfacher Hinsicht deutlich.