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Hartwin Gromes

    Die Kerners
    Theater studieren
    • Zum besonderen Profil universitärer theaterwissenschaftlicher Studiengänge gehört seit geraumer Zeit die künstlerische und kulturorganisatorische Praxis, nicht nur als Gegenstand der Analyse, sondern als unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung selbst. Dieses Selbstverständnis erweitert und befruchtet die Forschung und erweist sich mehr und mehr als unabdingbar für den späteren Erfolg der Studierenden auf den einschlägigen kulturellen Berufsfeldern. Welche Wege gibt es, künstlerische und kunstorganisatorische Praxis in das Curriculum einzubinden? Welche Lehr- und Lernformen – vom Projekt bis zum selbst organisierten Festival – sind besonders geeignet, mit allen Facetten der Praxis vertraut zu machen? Theater studieren vereinigt exemplarisch Vorträge, Analysen, Interviews und Gesprächsforen von Lehrenden, Studierenden und Absolventen der Studiengänge der ‚Angewandten Theaterwissenschaft’ in Gießen, der ‚Szenischen Künste’ und ‚Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis’ in Hildesheim, des Dramaturgiestudiengangs in München und der Lehramtsstudiengänge ‚Darstellendes Spiel’ im niedersächsischen Hochschulverbund Braunschweig-Hannover-Hildesheim und Erlangen-Nürnberg. Die Vermittlung von Theaterpraxis wird durch Überlegungen zu einer künftigen integrierten künstlerischen und wissenschaftlichen Ausbildung mit dem Ziel einer reflektierten Theaterpersönlichkeit erweitert.

      Theater studieren
    • Die Kerners

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      Justinus (1786 bis 1862) kennt man wegen des Weins, der nach ihm benannt ist, wegen seiner Gedichte (»Preisend mit viel schönen Reden«) und wegen seiner romanhaften Aufzeichnung »Die Seherin von Prevorst«. Vielleicht auch noch als Assistenzarzt Professor Autenrieths, des Psychiatrieprofessors, der in Tübingen Hölderlin behandelte. Bedeutender noch für ihre Zeit waren freilich seine beiden großen Brüder: Karl (1775 bis 1840), der Generalquartiermeister der württembergischen Truppen, Innenminister, Manager des Hüttenwesens und erfolgreicher Landwirt. Sowie Georg (1770 bis 1812), begeistert von den Ideen der französischen Revolution, verliebt ins Abenteuer, als Diplomat im Dienste Napoleons unterwegs in ganz Europa, später Feind Bonapartes, und schließlich als Armenarzt in Hamburg epochaler Neuerer des Impfwesens und der Geburtshilfe. Tatsächlich, die ehrbare schwäbische Familie Kerner bietet vielfarbigen Stoff für einen großen Roman, der die verschiedensten menschlichen Schicksale erzählt, sie bietet aber auch hinreichend viele Hintergrundbilder für ein Panorama dieser aufregend revolutionären Zeit.

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