Krisen werden oft als Ausnahme betrachtet, was die rechtliche Auseinandersetzung auf Notstandskonzepte fokussiert. Jasper Finke argumentiert jedoch, dass Auslegungsänderungen in Krisenzeiten integraler Bestandteil des Rechts sind. Er definiert Krisen als Anpassungsprozesse an enttäuschte Erwartungen, wobei sich diese Normalitätserwartungen in der Auslegung von Normen widerspiegeln. Finke beleuchtet, wie nichtrechtliche Einflüsse die Inhalte bestehender Rechtsnormen in Krisensituationen verändern und damit eine dynamische Beziehung zwischen Recht und gesellschaftlichen Erwartungen schaffen.
Jasper Finke Knihy


Die Parallelität internationaler Streitbeilegungsmechanismen
Untersuchung Der Aus Der Starkung Der Internationalen Gerichtsbarkeit Resultierenden ... Der Universitat Kiel, 147)
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Der Autor behandelt die aktuelle Problematik der kohärenten Entscheidungsfindung internationaler Gerichte, illustriert durch den Schwertfisch-Fall, den Southern Bluefin Tuna-Fall und das Tadic-Urteil des ICTY. Zunächst werden die bislang diskutierten Fallkonstellationen umfassend dargestellt und darauf aufbauend eine Kategorisierung entwickelt, die auf alle zukünftigen Fälle paralleler Zuständigkeiten übertragbar ist und das unterschiedliche Konfliktpotential berücksichtigt. Ein zentrales Ergebnis ist die Differenzierung zwischen Auslegungs- und Zuständigkeitskonflikten. Diese Differenzierung allein kann jedoch nicht klären, unter welchen Voraussetzungen solche Konflikte entstehen, weshalb ein weiterer Schwerpunkt auf der Erarbeitung dieser Voraussetzungen liegt. Im Bereich der Zuständigkeitskonflikte wird zudem die Unterscheidung zwischen doppelter Rechtshängigkeit und konnexen Verfahren in die Diskussion eingeführt, basierend auf dem internationalen und nationalen Zivilverfahrensrecht. Diese Differenzierung der Konfliktpotentiale ermöglicht es, sachgerechte und umsetzbare Lösungsansätze zu entwickeln, die nicht nur hypothetische Möglichkeiten darstellen.