Knihobot

Jörg Zedler

    Schreiben ins Exil
    Nützliche Leichen
    Deutschsprachige buchkultur der 1950er Jahre
    • Nützliche Leichen

      Monarchenbegräbnisse in Bayern und Belgien 1825-1935

      • 559 stránek
      • 20 hodin čtení

      Der tote König - eine "nützliche Leiche"? Ihre Selbstverständlichkeit hatte die monarchische Herrschaft spätestens mit der Französischen Revolution verloren. Dennoch blieb sie im 19. Jahrhundert die vorherrschende Staatsform, feierte in neu entstehenden europäischen Staaten sogar fröhliche Urstände. Dies gelang ihr nicht zuletzt deshalb, weil sie den Niederungen tagespolitischer Fragen enthoben wurde und zunehmend mit den nationalen Interessen ihrer Staaten und Gesellschaften verwuchs. Der Sichtbarkeit von Dynast:innen und symbolischen Handlungen kam damit eine immer wichtigere Rolle zu - noch dazu unter den Bedingungen einer explodierenden Medienlandschaft. Jörg Zedler zeigt, wie das Zeremoniell rund um den Tod eines Königs und einer Königin eine bedeutende Funktion bei der Integration der eigenen Gesellschaft, ebenso wie bei der Repräsentation des Landes nach außen erlangte und dass Monarch:innen auch im Tod noch politische Funktionen hatten.

      Nützliche Leichen
    • Schreiben ins Exil

      Briefe der Wiener Jüdin Ella Wenger 1938-1942

      Die hier als Edition vorgelegten Briefe Ella Wengers offenbaren praktisch alle Facetten, die das Leben jüdischer Bürger: innen in Wien unter den Bedingungen des Nationalsozialismus in den Jahren zwischen Anschluss (1938) und dem Beginn der 'Endlösung' 1942 ausgemacht haben: Ausgrenzung und Drangsalierung, Diskriminierung und Entrechtung, den Verlust von Arbeit, Eigentum und Wohnung, das Zusammendrängen auf immer weniger Wohnraum, Verzweiflung und Suizid, schließlich die Deportationen; aber auch die Bemühungen um Selbstbehauptung und Flucht. Die Nachrichten der rund 70-jährigen Frau an ihre emigrierte Familie zeigen, wie das Leben der jüdischen Bevölkerung Wiens zunehmend abgeschnürt wurde; sie zeigen aber auch den Mut und die Lebensbejahung, mit der sich die Schreiberin gegen die immer hoffnungslosere Lage stemmt. Ihre Funktion als Drehscheibe von Auskünften, als Maklerin zwischen Emigrierten, denen, die auf dem Sprung waren, und jenen, die zurückblieben, war mehr als familiäre Fürsorge – es war der Versuch, Reste der materiellen Lebensgrundlage zu retten, Informationen zu vermitteln, Beziehungen zu aktivieren und soziale Kontakte zu erhalten. Die Welt, die sie beschreibt, geht weit über die Beziehung von Mutter und Tochter hinaus: Weil die Nationalsozialisten den Alltag politisierten, wurde das Alltägliche politisch. Familiäre Fürsorge und politisches Tun verschmolzen, mitunter bis zur Ununterscheidbarkeit.

      Schreiben ins Exil