Wo hat der berühmte d‘Artagnan sein Ende gefunden? Wo baute man der Möhre ein Museum? Und wo erscheinen Bergmänner immer noch zur Schicht, obwohl die Zeche vor zwei Jahrzehnten geschlossen wurde? Entdecken Sie 111 überraschende und spannende Orte im Land zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden.
Alexander Barth Knihy



Sind Sie schon mal über Drachenzähne mitten im Aachener Wald gestolpert? Haben Sie je eine Audienz im Sauerbratenpalast genossen? Oder kennen Sie den Platz, wo man dem Allerwertesten des Herrn huldigt? Entdecken Sie 111 spannende, ungewöhnliche und kuriose Orte in der Grenzregion Aachen, Belgien und den Niederlanden. Gute Reiseführer für die deutsche Provinz zu finden, ist kein einfaches Unterfangen. Konventionelle Titel sind oft semi-informativ, während alternative Werke Landstriche ohne große Metropolen nur oberflächlich streifen. Daher ist es erfreulich, dass es nun einen soliden, bunten Reisebegleiter für den interessanten Westzipfel der Republik, inklusive Dreiländereck, gibt. Die kurzen, prägnanten Texte zu den jeweiligen Orten nehmen den linken Teil einer Doppelseite ein, während die rechte Hälfte für stilvolle Fotos reserviert ist. Dies macht das Buch sowohl lesenswert als auch ansprechend. Es bietet einen guten Grund, die abwechslungsreiche und international geprägte Region ausgiebig zu erkunden. Allerdings könnten die Kriterien für die Auswahl der 111 Orte hinterfragt werden; einige bekannte Sehenswürdigkeiten wie Dom und Rathaus hätten ebenfalls erwähnt werden können. Insgesamt ist es eine respektable Hommage an die Heimatstadt, die jedoch an Vollständigkeit mangelt.
Über Jahrhunderte kochte »La Cité ardente«, die brennende Stadt, im Zeichen von Kohle und Stahl. Im Lütticher Becken, umsäumt von grünen Hügeln, stand die Wiege der europäischen Industriekultur. Prägten einst Zechen und Hochöfen das Bild rund um das quirlige Stadtzentrum entlang der Maas, hat sich die nördlichste Metropole der »französischen Welt« heute zum Kleinod in Sachen Kultur und Lebensart entwickelt. Kneipen, Museen, Galerien und ein spannender kulinarischer Mix locken beim Besuch dieser aufregenden Stadt, die sich den Staub des Industriezeitalters längst abgeklopft hat – und als vielgesichtiger Ort der Wallonie-Region punktet.