Es gab eine Zeit, in der ein Autor aus Israel die Deutschen mit seinen humoristischen Geschichten begeisterte. Von seinen frühen Werken bis hin zu berühmten Familiengeschichten dominierte Ephraim Kishon seit den 1960er Jahren die Bestseller-Listen und wurde für das Fernsehen adaptiert. Millionen deutschsprachiger Leser machten ihn zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller des Landes. Die Frage, wie der Holocaust-Überlebende Kishon beim deutschen Publikum so großen Erfolg hatte, ist zentral. Kishons Geschichten boten den Deutschen die Möglichkeit, sich von ihrer historischen Schuld humorvoll zu distanzieren, was für ihn eine ironische Genugtuung darstellte. Das Buch untersucht Kishons internationalen Erfolg und zeigt, wie er als "Kishon für Deutsche" zum Symbol einer Bestseller-Kultur wurde, während er gleichzeitig als "Humorfabrikant" wahrgenommen wurde. Während Kishon in Deutschland für Humor bekannt war, provozierte der "israelische" Kishon als politischer Analyst in Israel. Nach dem Sechstagekrieg blieb er auch vor seinem deutschen Publikum nicht unpolitisch und stellte die westdeutsche Presse vor Herausforderungen. Die Biographie beleuchtet Kishons Erfolg im Kontext von Literatur, Humor und Politik, beginnend in kommunistischem Ungarn über die Anfänge Israels bis zur Bundesrepublik und der DDR. Anhand autobiographischer Berichte, Zeitzeugen und unveröffentlichter Archivquellen wird Kishons Leben in 15 szenischen Kapi
Silja Behre Knihy


Zionistische Selbstbehauptung
Jochanan Bloch: eine intellektuelle Biographie zwischen Dialog und Dissens
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Der 1919 in Berlin geborene Religionswissenschaftler Jochanan Bloch war nicht nur der Initiator der 1957 an der Freien Universität Berlin gegründeten Deutsch-Israelischen Studiengruppen (DIS) und einer der bekanntesten Buber-Forscher seiner Zeit, sondern auch eine kritische und zuweilen polemische Stimme im deutsch-jüdischen Dialogdiskurs nach der Schoah. Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Theologie und Politik und in Auseinandersetzung mit den Vertretern des intellektuellen West-Berlins der 1960er und 1970er Jahre – wie Jacob Taubes und Helmut Gollwitzer – stellt Blochs Biographie die prägende Frage der deutsch-israelischen Beziehungen: Wer hat die Deutungsmacht über jüdisches Leben in Deutschland und die israelische Politik? Von den frühen deutsch-israelischen Debatten führen die Spuren von Blochs intellektuellem Parcours zwischen Berlin und Beer Sheva schließlich auch zu den Konflikten um das ideelle Erbe zweier deutsch-jüdischer Symbolfiguren: Martin Buber und Franz Kafka.