Die Monographie beleuchtet das Leben des österreichischen Fußballstars Otto Fischer, der in der Zwischenkriegszeit als Dribbler gefeiert wurde und als Jude antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Sie thematisiert seine Karriere, Erfolge als Trainer in Lettland und sein tragisches Ende durch die Nationalsozialisten sowie sein Vergessen nach dem Tod.
Der First Vienna FC übertreibt nicht mit seinem vornehm in Englisch, der Muttersprache des Fußballs, gehaltenen Namen. Er war der erste offiziell angemeldete Fußballverein im Land. Dass er auch einer der bedeutendsten war und zahlreiche Meistertitel und Cupsiege einheimsen konnte, scheint angesichts der jüngsten Entwicklungen unvorstellbar lange her zu sein. Doch die blau-gelben Döblinger lassen sich in ihrem kreativen Support nicht entmutigen. Alexander Juraske, Vienna-Fan seit Geburt, lässt hier die Fans selbst zu Wort kommen und zeichnet ein Bild der quirligen Szene auf der Hohen Warte und ihres Kampfes um einen Austausch auf Augenhöhe mit der Vereinsführung.
Als Kind aus Österreich vertrieben – als junger Mann ins österreichische Fußball-Nationalteam einberufen. Das Buch zeichnet die gleichermaßen dramatische, wie spannende Lebensgeschichte von Hans Menasse nach. Geboren als Sohn eines jüdischen Vaters 1930 in Wien musste Hans im Alter von acht Jahren mit einem „Kindertransport“ vor der Nazi-Verfolgung nach Großbritannien flüchten. Er wuchs dort bei einer Pflegefamilie auf und fand durch den Fußballsport einen Weg zur gesellschaftlichen Integration und Anerkennung. Nach Kriegsende kehrte Hans 1947 zu seinen Eltern nach Wien zurück. Er hatte seine Muttersprache verlernt und musste sich in der ihm fremdgewordenen Stadt wieder zurechtfinden. Was er mitbrachte waren außerordentliche fußballerische Fähigkeiten. Als Spieler des First Vienna Football Club 1894 und der Wiener Austria stieg Hans zum gefeierten Fußballstar auf, 15 Jahre nach seiner Vertreibung debütierte er in der Nationalmannschaft. Parallel zum Sport begann er seine berufliche Karriere. Vier Jahrzehnte lang betreute er als Pressechef eines US-amerikanischen Filmverleihs Hollywood-Stars bei ihren Besuchen in Wien und freundete sich mit vielen von ihnen an. Mit einem Nachwort seiner Kinder, Eva, Robert und Tina Menasse.
Der First Vienna Football Club, gegründet 1894, ist eine bedeutende Institution des Wiener Fußballs, doch eine umfassende Darstellung seiner Geschichte fehlte bisher. Historiker Alexander Juraske beleuchtet die facettenreiche Entwicklung des ältesten Fußballklubs Österreichs und seine gesellschaftspolitische Einbettung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Erzählung beginnt mit der Gründung durch Mitglieder des Wiener Großbürgertums und britische „Expats“, unterstützt von Nathaniel Mayer Freiherr von Rothschild, dessen Farben Blau-Gelb der Verein annahm. Die Verortung in Döbling, dem 19. Wiener Gemeindebezirk, war identitätsstiftend. Der Verein entwickelte sich zur Spitzenmannschaft, insbesondere durch das 1921 fertiggestellte Stadion auf der Hohen Warte, das finanzielle Stabilität während der Protokommerzialisierung ab 1924 bot. 1931 folgte der erste Meistertitel und der Gewinn des Mitropacups. Die NS-Zeit beeinflusste den Verein stark, da ein Drittel der Funktionäre jüdischer Herkunft waren und während der Verfolgung ausgeschlossen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1955 der letzte Meistertitel errungen. Heute spielt der Verein in der dritten Liga und kämpfte gegen den Abstieg bis 2017. Der Band bietet einen chronologischen Überblick über die sportliche Geschichte, die Geschichte des Stadions, die Fangemeinde sowie einen umfangreichen Bildteil und statistische Daten.