Karl der Kahle († 877) zählt zu den bedeutendsten karolingischen Herrschern. Die in seinem Auftrag verfassten Schreiben bieten einen tiefen Einblick in die politischen und administrativen Aufgaben des westfränkischen Königs und Kaisers. Die Briefe spiegeln ein breites Themenspektrum und die vielfältigen Kommunikationsstrukturen frühmittelalterlicher Königsherrschaft wider. Der Begriff 'Brief' umfasst sowohl kurze Mandate als auch ausführliche, erzählende Mitteilungen. Mandate geben konkrete Befehle an königliche Amtsträger, die diese zeitnah auszuführen hatten. Die als epistola oder littera bezeichneten Briefe hingegen behandeln politische und persönliche Angelegenheiten oder dokumentieren die Absichten des Königs. Mandate und Briefe beschreiben einen 'Ist-Zustand', der die Bestimmungen von Urkunden, Kapitularien und Synodalbeschlüssen einordnet. Bisher war das Quellenmaterial verstreut und nur in frühneuzeitlichen Drucken zugänglich, ergänzt durch nicht edierte Stücke. In dieser Ausgabe wurden 38 Schriftstücke identifiziert und zusammengestellt, davon sieben erstmals oder neu ediert. Jedes Schreiben enthält Hinweise zur Überlieferung, zu früheren Drucken, Regesten und Literatur. Kommentare beleuchten historische Hintergründe und verorten die Texte im aktuellen Forschungsstand. Register der Handschriften, Stellen und Namen ermöglichen einen gezielten Zugriff auf die einzelnen Stücke.
Matthias Schrör Knihy


Dieses Buch rekonstruiert einen bislang verborgenen Identitätswechsel von historischer Sprengkraft: War der prominente DDR-Politiker Willi Stoph in Wirklichkeit der Wehrmachtleutnant Walter Blume, NSDAP- und SA-Mitglied, dessen Spur sich im Zweiten Weltkrieg verliert? Gestützt auf bislang unerschlossene Archivfunde, lange Zeit geheime Militär- und Geheimdienstakten, Zeitzeugenaussagen sowie medizinische und forensische Unterlagen folgen die Autoren den Spuren eines großangelegten Täuschungsmanövers. Dabei verbinden sie klassische historische Quellenkritik mit neuen methodischen Zugängen wie wissenschaftlichen Bildvergleichen. Das Ergebnis ist eine provokante, jedoch sorgfältig belegte Rekonstruktion, die vertraute Diktionen der DDR-Geschichte in Frage stellt und eine der zentralen Figuren des Kalten Krieges in ein neues Licht rückt. Diese politische Biografie erzählt eine atemberaubende Geschichte, die Geheimdienstpraxis und deutsche Zeitgeschichte miteinander verknüpft.