Cécile Ines Loosová se ve své tvorbě zaměřovala na složité emocionální a společenské otázky, často s důrazem na vnitřní svět postav a jejich boj s nepřízní osudu. Její styl je charakteristický pronikavou psychologickou hloubkou a citlivým vykreslením lidských vztahů. V textech se objevují témata osamělosti, hledání identity a síly lidského ducha tváří v tvář životním zkouškám. Loosová psala s cílem nabídnout čtenářům pochopení a empatii pro ty, kteří žijí na okraji společnosti.
«Wie ein Tiger aus dem Busch» arbeitete sie sich zu ihrem Erstling vor Die Sensation des Jahres 1929 war Matka Boska , der in einem imaginären Polen spielende Romanerstling der Basler Sekretärin Cécile Ines Loos. Eine turbulente Geschichte um die Magd Meliska, die einer Fürstin einen kostbaren Ring stiehlt. «Endlich wieder ein grosser Wurf», jubelte der «Bund», von «traumwandlerischer Sicherheit» sprach die NZZ. Die Autorin aber, die einen solchen Erfolg nicht erwartet hatte, sagte, sie habe sich «wie ein Tiger aus dem Busch aus ihren Erlebnissen herausgearbeitet».
Nach dem frühen Tod der Eltern hat Susanna es sich zur Aufgabe gemacht, zu sehen, »ob die Dinge richtig vor sich gehen«. Mit ihren zwei jüngeren Geschwistern lebt sie nun beim Großvater und seiner neuen Frau. Das großzügige Haus am Fluss dient auch als Treffpunkt ihrer religiösen Glaubensgemeinschaft, am Sonntag führt man moralisch erbauende Theaterspiele auf. Die Kinder aber werden stiefmütterlich behandelt, ja – um »die Sünden ihrer Eltern zu sühnen« – sogar um ihr Erbe gebracht. Susanna, die beobachtet, wie das schwangere Dienstmädchen aus dem Haus gejagt, die kleine Schwester abgeschoben, der aufsässige Bruder Filok ins Waisenhaus gesteckt wird, weiß bald, »dass alles ganz anders ist, als es aussieht«. Als sie später gegen ihren Willen mit einem deutschen Pastor verheiratet wird, muss sie die heimliche Liebe im Jura verlassen und an der Seite dieses fremden Manns in Brasilien eine Existenz aufbauen. Cécile Ines Loos erzählt faszinierend unverstellt von einem Leben voller Schicksalsschläge in einer Atmosphäre der Verlogenheit und Bigotterie. Die Protagonistin besitzt die Gabe, jenseits der Alltagswelt, hinter dem Mond sozusagen, wundersame Dinge zu erblicken und in poetischer Sprache einzufangen. Ein Roman, der in seiner Unmittelbarkeit und seinem Bilderreichtum auch 80 Jahre nach dem ersten Erscheinen ein großes Leseerlebnis verspricht.