In den letzten Jahren sind an den unterschiedlichsten Orten – in Krankenhäusern, Flughäfen oder Shopping Malls – Andachtsräume eingerichtet worden: sogenannte multireligiöse Räume. Betreiber sind oftmals die christlichen Kirchen oder andere Religionsgemeinschaften, aber auch bürgerschaftliche Initiativen. Wie ist das Aufkommen dieser multireligiösen Räume zu deuten und zu werten? Welche Konzepte liegen ihnen zugrunde? Wie werden sie gestaltet? Mit diesen Fragen setzen sich die Beiträge der aktuellen Ausgabe von kunst und kirche auseinander.
Last & Inspiration: Mit acht Fragen werden in den Ausstellungen zu „800 Jahre Diözese Graz-Seckau“ die Religions- und Kulturgeschichte der Steiermark betrachtet. Die historisch starken Orte, wie Dom, Priesterseminar und Mausoleum, die ehem. Bischofsburg Seggau und der viele Jahrhunderte als Kathedrale dienende „Dom im Gebirge“ in Seckau sind dabei selbst zentrale „Ausstellungsobjekte“. Es geht dabei um Themen von Macht und rechter Religion, um Grenzen, Öffnung und Heimat. Es geht um Angst, Glaube und Wunder mit den Bildern des Glaubens. Und es geht um immer wieder neue Aufbrüche und Neuanfänge, die sich in der Schönheit einer 1000-jährigen Sakralkunst widerspiegeln. Ihre Bauten und Bilder sind einfach da, auch wenn wir ihre Botschaft längst nicht mehr kennen. Sie prägen unsere Vorstellung von Herkunft, Glauben und unserem Zusammenleben auch heute mit. Was davon ist Last, was aber ist Inspiration für die Zukunft? Und was wollen wir davon als Erbe weitergeben? Historische Schnittstellen werden beleuchtet und mit Fragen der Zukunft verknüpft. Gegenwartskunst macht Glaubenserzählungen und starke historische Orte neu sichtbar. The historically powerful places, such as Graz Cathedral, the Priest Seminary and the Mausoleum, the former episcopal castle in Seggau and the »Cathedral in the Mountains« in Seckau, which served as the cathedral for many centuries, are themselves central »exhibits«. It is about themes of power and the right religion, about borders, openness and home. It is about fear, faith and miracles with the images of faith. And it is about new departures and new beginnings time and time again, which are reflected in the beauty of 1,000-year old sacred art. Its buildings and pictures are simply there, even if we only partially know their message. They still shape our idea of origin, faith and our coexistence today. What of this is burden? And what is inspiration for the future? And what do we want to pass on as heritage? Historical interfaces are highlighted and linked with questions of the future. Contemporary art makes us see religious narratives and powerful historical sites with new eyes.
Der Bildband basiert auf einem Ausstellungsnetzwerk, das im Sommer 2010 einlud, 50 herausragende Christusbilder in steirischen Kirchen zu besuchen. „Auf Christus schauen. Christusbilder in der Steiermark“ präsentiert die herausragendsten Beispiele steirischer Kunstwerke des Gottessohnes von der Romanik bis zur Gegenwart.
Innovative Bildorte seit dem II. Vatikanischen Konzil in der Diözese Graz-Seckau
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Die AutorInnen haben die künstlerischen und architektonischen Projekte als Mitglieder der Kunstkommission der Diözese aktiv begleitet und mitgestaltet. Durch die gewandelten liturgischen Erfordernisse entstanden nicht nur neue Räume und liturgische Orte mit geänderten Funktionen, sondern »Bildorte« von hohem kreativem und künstlerischem Potential. Altäre oder Ambonen, Fassaden oder Taufstätten wurden ganz neu und jenseits klassischer ikonografischer Traditionen – nicht selten herausfordernd – gestaltet. Der Dialog von Kunst und Kirche hat auch außerhalb der Sakralräume zu spannenden kirchlichen Aufträgen geführt. Der Band führt gelungene Beispiele aus der Diözese Graz-Seckau nach bestimmten Kriterien und Fragestellungen bildreich vor Augen. * Innovative kirchliche »Bildorte« in der Diözese Graz-Seckau * Bildhafter Dialog von Kunst und Kirche 50 Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil