Jule Fuck, eine junge, attraktive Frau aus einer armen Familie, geht eine Liebschaft mit dem feschen Jäköb Hottenbacher ein. Als sie schwanger wird, verleugnet der wohlhabende Bauernsohn die Tochter aus der »Kesselflickerfamilie«. Schließlich sitzt Jule mit ihrem nichtehelichen Kind in Schande und Elend da. Als Zeichen ihrer Bußfertigkeit soll sie fortan in der örtlichen Kirche – abgesondert von der übrigen Gemeinde – in einem „Armsünderstuhl“ knien.
Nanny Lambrecht Knihy





Nanny Lambrecht war in den ersten drei Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts eine überregional beliebte Autorin. Sie lebte in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und war als kämpferische Frauenrechtlerin bekannt. In den hier gesammelten Geschichten tritt die Natur der Eifel und des Hohen Venn den Menschen als dämonisch-destruktive Macht, aber auch als versöhnendes und belebendes Element entgegen. Darüber hinaus umfasst dieser Band zwei ihrer Texte über den Ersten Weltkrieg.
Nanny Lambrecht war in den ersten drei Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts eine überregional bekannte und erfolgreiche Autorin. Sie veröffentlichte zwanzig Romane und mehrere Bände mit Kurzprosa, in denen sie das harte Leben der Menschen im Venn und im Hunsrück in naturalistischer Art und Weise abbildet. Neben der titelgebenden Schauergeschichte über die »Gespensterbrücke« hat der Herausgeber Manfred Moßmann unter anderem die Erzählung »Das Lumpenfränz«, in der es um die erdrückende Armut der Protagonistin und ihres Jungen geht, und die Novelle »Der Hirt im Moor« ausgewählt, die durch Wortneuschöpfungen und eine gelungene Literarisierung der Landschaft besticht.