Wie jede Metropole wächst auch Wien heute über seine historischen Grenzen hinaus und bringt Neues hervor. Altes muss nur allzuoft weichen, doch gibt es liebevoll Restauriertes, das Vergessenes zutage fördert. Denn wer weiß eigentlich noch, dass der Urbanikeller am Hof bereits 1906 aus mehreren uralten Wiener Kellern zum Weinlokal umgebaut wurde? Noch weniger bekannt ist allerdings, dass die Entwürfe der mystisch-bizarren Plastiken auf Gesimsen und Lehnen von keinem Geringeren als von Fritz von Herzmanovsky- Orlando stammen. Und auch die Sala Terrena des Deutschordenshauses in der Singerstraße, die mit illusionistischen Wandmalereien des späten 18. Jahrhunderts geschmückt ist, zählt zu den zahlreichen Geheimtipps dieses ebenso amüsant wie spannend zu lesenden Bandes.
Harald Jahn Knihy


Auf den Plätzen Wiens wird seit jeher Geschichte geschrieben. Plätze sind Orte des Vergnügens, der Revolution, des Widerstands und der Spektakel. Auf Plätzen kommen Menschen zusammen und tauschen sich aus – während Krisen und in hoffnungsvollen Zeiten. Hier demonstrierten aber auch die Regierenden ihre Macht, die Plätze wurden zu Orten politischer Inszenierungen und staatspolitischer Akte, zu Bühnen, auf denen man angeblich für Gerechtigkeit sorgte und Menschen an den Pranger stellte oder gewaltsam zu Tode brachte. Eine faszinierende Stadtgeschichte in 15 Kapiteln, die ihren Anfang am Stephansplatz um ein rätselhaftes Baumrelikt nimmt, und zeigt, dass die unterirdische Welt vor dem großartigen Wahrzeichen nicht nur U-Bahn-Stationen birgt, sondern auch die 1973 entdeckte Virgil-Kapelle, den größten erhaltenen gotischen Innenraum Wiens.