Von offizieller Seite wurde Bernd Heyden in der DDR gelegentlich als „Müllkastenfotograf“ diffamiert. Kein Wunder: der vom Kreis der Fotografen um Arno Fischer geförderte Autodidakt interessierte sich nicht besonders für die Heilsversprechen des Sozialismus. Seine Aufmerksamkeit galt vielmehr dem gewöhnlichen Leben in seinem Kiez, dem Prenzlauer Berg, das er ohne Auftrag und daher völlig ungeschönt fotografierte. Zwischen den zerfallenden Gemäuern links und rechts der Prenzlauer und der Schönhauser Allee, aber auch bei Ausflügen zum Alexanderplatz oder in die halbseidene Welt der Berliner Pferderennbahnen schuf Heyden Porträts und Momentaufnahmen von großer poetischer Kraft. Ihr Gestus ist oft melancholisch, doch zeugen sie auch von viel Humor und einem gehörigen Sinn für Groteskes. (Amazon.de)
Bernd Heyden Knihy


Der frühverstorbene Berliner Fotograf Bernd Heyden hatte ein sicheres Gespür für die heiteren, poetischen und melancholischen Momente des Alltags. In intensiven, klar komponierten Bildern hielt er vor allem das Leben der kleinen Leute im Prenzlauer Berg fest, in dem er selbst von Kindheit an gelebt hatte. Schornsteinfeger, Straßenkehrer, Kohlenhändler, Leichenträger, Fleischer, Pudelzüchter, Lumpensammler und Stehgeiger gehörten ebenso zu den von ihm Fotografierten wie die Alten, Gebrechlichen und Gestrandeten, die hier lebten, und wie die lustigen, die traurigen und die frechen Kinder, für die das verfallende Mietskasernenviertel ein riesiger Abenteuerspielplatz war.Bernd Heyden (1940-1984) erlernte den Beruf des Damenschneiders und arbeitete als Berufskraftfahrer. Er begann Mitte der 60er Jahre zu fotografieren, wurde 1969 Laborant und arbeitete ab Mitte der siebziger Jahre freiberuflich. Ein früher Tod riss ihn aus dem Leben, bevor sein Werk die gebührende Anerkennung finden konnte. (Amazon.de)