Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung
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Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung, Band 8: 20. Jahrhundert (German Edition) , edited by Reiner Wiehl. 1984 paperback published by Reclam. Text in German.






Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung, Band 8: 20. Jahrhundert (German Edition) , edited by Reiner Wiehl. 1984 paperback published by Reclam. Text in German.
Zur Prozessphilosophie Alfred N. Whiteheads
Indem Whitehead den philosophischen Begriff der Substanz, aber auch den abstrakten Begriff der Materie, wie er der empirischen Naturwissenschaft zugrunde liegt, durch den Begriff des Prozesses oder des Organismus ersetzte, schuf er die Grundlage für ein nachneuzeitliches Weltbild, in welchem die Institutionen und Erfahrungen der verschiedensten kulturellen Ausdrucksformen wie Dichtung, Religion, Naturwissenschaft nicht mehr unverbunden und unverstanden nebeneinander ihr Dasein fristen müssen, sondern sich wechselseitig befruchten können. Die kulturelle Sprengkraft dieses Whiteheadschen Systems ist noch weitgehend unausgeschöpft.
Philosophisches Denken an den Rändern von Natur und Geschichte
Reiner Wiehls Untersuchungen schlagen eine Brücke zwischen Kosmologie und Anthropologie der Zeit. An den Rändern von Natur und Geschichte zeigt sich eine Reihe ungesehener Kombinationen und Permutationen im Zeitbegriff. Sie theoretisch zu entfalten schließt ein, unsere Praxis der Zeit zu bedenken. In systematischen Abhandlungen sowie systematisch pointierten Auslegungen geht es so jeweils darum, Klarheit über die Bedeutung zu gewinnen, die wir der Zeit als konstitutiv-limitativer Bedingung von Welten für unsere selbstverantwortliche Weltorientierung im Denken und Handeln zuzuerkennen haben.
Einleitung von Reiner Wiehl
»Bei diesem Buch handelt es sich um eine Studie über den Begriff der Zivilisation und um den Versuch zu verstehen, wie es zur Entstehung zivilisierter Wesen kommt.« A. N. Whitehead Eine fundamentale Rolle spielen dabei Ideen: sie sind mit Emotionen und Zweckvorstellungen verbunden und stellen Antriebskräfte dar, die den Übergang von Gesellschaften und Kulturen bewirken. Dem Abenteuer dieser Ideen, ihrer Aufeinanderfolge und ihrem Kampf, widmet sich Whiteheads Buch, das einen ganz eigenen, spekulativen Beitrag zur Ideengeschichte darstellt.
Reiner Wiehl zeigt anhand von exemplarischen Einzelstudien, wie Philosophie der Subjektivität und Systemtheorie in bestimmten Kontexten und bezogen auf konkrete Problemstellungen jeweils neue Verbindungen eingehen: In der Wahrnehmungs- und Emotionstheorie, in Reflexion und Ressentiment, in Weltanschauungslehre und Religionsphilosophie sowie in der pragmatischen Philosophie der Wissenschaften. Die Exempla sind absichtlich unterschiedlichen geschichtlichen Kontexten der neuzeitlichen Philosophie entnommen. Die hier versammelten Studien bilden den dritten und abschließenden Band philosophischer Essays zum Zusammenhang von Metaphysik, Anthropologie und Subjektivitätstheorie.
Philosophische Aufsätze über Emotionen
Von den modernen philosophischen Emotionstheorien ausgehend wird gezeigt, dass der Mensch nicht nur in seiner physischen Natur als unfrei anzusehen ist. Der Mensch leidet nicht bloß an seiner Unfreiheit, sondern sein Lebensgefühl wie sein Gefühlsleben verändern sich, wenn er ein Bewusstsein von seiner Unfreiheit erlangt. Im Gegenzug wird die Frage einer möglichen Freiheit aufgefächert auf dem Boden der Ontologie, der Anthropologie und der Ethik. Als Gesprächspartner werden vor allem vier Philosophen aufgerufen: Spinoza, Nietzsche, Whitehead und Jaspers. Die Aufsätze haben den Charakter von Meditationen, die sich in eine große Tradition meditativer Philosophie (Descartes, Husserl, Wittgenstein) einreihen.