Regieren im Spannungsfeld von Interdependenz und Autonomie
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Das Buch untersucht das Spannungsfeld zwischen Föderalismus und Demokratie, analysiert verschiedene Formen föderaler Demokratie und deren Auswirkungen. Der Autor kritisiert technokratische Ansätze und populistische Entflechtungsideen, und plädiert für koordinierte, demokratieverträgliche Lösungen im Föderalismus.
Der vorliegende Text behandelt das Regieren in komplexen Mehrebenensystemen, bekannt als multilevel governance. Mit der Einführung dieses Begriffs wird eine lange verbreitete Annahme in der Politikwissenschaft hinterfragt, die Herrschaft in modernen Gesellschaften als vorwiegend in autonomen und hierarchisch strukturierten Organisationen zu betrachten. Dieser Perspektivenwechsel, der sich schleichend vollzog, findet sich zunehmend in politischen Konzepten wieder. Multilevel governance ist ein solches Konzept.
Die Vorstellung, dass Gesellschaften hierarchisch geordnet gesteuert werden, hat nicht nur das Denken über Wirtschaftsbetriebe und Verwaltungen geprägt, sondern auch die Beschreibung politischer Systeme als Staaten. Der moderne Staat wird oft als eine Vereinigung von Menschen zu einer Staatsbürgernation verstanden, die durch Selbstbestimmung ein bestimmtes Gebiet organisiert. Dabei wird häufig angenommen, dass der Staat eine Einheit aus Staatsgebiet, Staatsvolk und souveräner Staatsgewalt bildet. Diese Annahme ist jedoch theoretisch problematisch und vernachlässigt die unterschiedlichen Formen politischer Herrschaft, die im Laufe der Geschichte entstanden sind. Zudem berücksichtigt sie nicht die interne Differenzierung eines Staates in territorialer und funktionaler Hinsicht.
Verliert der Staat an Bedeutung? Die Globalisierung der Ökonomie, die Internationalisierung der Politik und die Überlastung wohlfahrtsstaatlicher Verteilungspolitik könnten dafür verantwortlich sein. Zudem stellt sich die Frage, ob der Staat an innerer und äußerer Souveränität verloren hat. Das Buch bietet aus der Perspektive des akteurszentrierten Institutionalismus ein analytisches Instrumentarium für Politikwissenschaftler, die sich mit dem Staat beschäftigen. Diese Herangehensweise stellt der empirischen Forschung nur wenige theoretische Prämissen voran und berücksichtigt auch andere Staatstheorien. Es beginnt mit einer Etymologie und Geschichte des Staates, gefolgt von einer Definition seiner Akteursqualitäten. Begriffe wie Nation, Gesellschaft und Verfassung werden in Beziehung zum Staat gesetzt. Im dritten Teil werden die Akteure im Staat vorgestellt, um im Schlusskapitel den Wandel der Staatlichkeit durch sub- und suprastaatliche Akteure zu beschreiben. Der Band vereint alle für die politikwissenschaftliche Analyse des Staates relevanten Kategorien und Analyseelemente und ist sowohl für Politikwissenschaftler als auch für interessierte Laien geeignet. In der zweiten Auflage wurde der gesamte Text überarbeitet, Fehler korrigiert und neuere Literatur eingearbeitet. Zudem wurde das erste Kapitel stark überarbeitet und um einen Abschnitt zur besonderen Entwicklung in Mitteleuropa ergänzt. Abschnitt 1.3 zu Staatstheorien wu
Theoretische Grundlagen und empirische Anwendungsfelder
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Wie gelingt es Individuen oder Organisationen, ihre Handlungen zu strukturieren, zu regulieren und zu koordinieren, um kollektive Probleme zu lösen oder gemeinsame Leistungen zu erbringen? Wie funktioniert Koordination in unterschiedlichen Interaktionsformen und Institutionen? Dies sind Fragen, die sich hinter dem Begriff Governance verbergen, der in den Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften zunehmend verwendet wird. Das vorliegende Handbuch vermittelt die theoretischen und analytischen Grundlagen des Konzepts und gibt einen Überblick über wichtige Anwendungsbereiche. Dargestellt werden Formen und Mechanismen sowie Varianten der Dynamik von Governance. Darüber hinaus werden verschiedene disziplinäre und theoretische Perspektiven behandelt. Eine dritte Gruppe von Beiträgen befasst sich mit Governance auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene und in wichtigen Funktionsbereichen von Politik und Gesellschaft sowie mit Fragen der Demokratie und Mehrebenenkoordination.
This groundbreaking study explores how the creation of an ever closer European Union impacts not only policy-making but also the politics and governance of Member States. It highlights various forms of Europeanization resulting from different mechanisms of adopting new norms and rules. While many studies have examined how and to what extent "Europe matters," the Europeanization of parliamentary democracy within Member States remains under-researched. This oversight is notable, given that the EU's democratic legitimacy heavily relies on the national level's democratic processes. The volume addresses the Europeanization of parliamentary systems, contributing to the ongoing discourse on the parliamentary dimension of the EU. It integrates theoretical frameworks with cross-national empirical research, focusing on elements such as structures, procedures, and decision-making processes. Additionally, it investigates how parliamentarians respond to these changes and play an active role in shaping Europeanization. This work was previously published as a special issue of The Journal of Legislative Studies.
Governance: Ein Modebegriff oder ein sinnvolles wissenschaftliches Konzept? Das Buch erläutert das Konzept in unterschiedlichen Diskussionszusammenhängen und begründet seine Relevanz.