Liebe spielt eine Rolle
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Jahrhundertelang standen Frauen in erster Linie Modell für ihre männlichen Kollegen. Nur diejenigen konnten überhaupt daran denken, künstlerisch tätig zu werden, deren Väter oder Brüder ebenfalls Maler waren. Wie auch sonst hätten sie an Malutensilien herankommen sollen – die Zünfte erlaubten Frauen nicht, eigene Werkstätten zu eröffnen – als im Familienbetrieb? Nur wenige Malerinnen sind in die Kunstgeschichte eingegangen, was vermutlich daran liegt, dass diese von Männern geschrieben wurde. Die meisten jedenfalls gerieten in Vergessenheit, kaum dass sie gestorben waren. Erst in den letzten Jahrzehnten hat man begonnen, sich für die malenden Frauen vergangener Epochen zu interessieren. Die hier versammelten Bilder und Porträts von 77 Malerinnen, darunter so bekannte Künstlerinnen wie Angelika Kauffmann, Berthe Morisot, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter und Marlene Dumas sind nur eine knappe Auswahl aus einer Fülle von Namen und Talenten. So werden in diesem wichtigen Buch die lang übersehenen Leistungen der Malerinnen in kenntnisreichen Texten gewürdigt.
Die Nachwehen des Feminismus: frustrierte Frauen und schweigende Männer
Was ist bloß los mit Männern und Frauen? Devot, schweigend und unlustig die einen, unzufrieden und nörgelnd die anderen. Der Feminismus der 1970er Jahre hat den Frauen viel gebracht, doch die Mann-Frau-Beziehungen werden immer komplizierter, auch aggressiver. Astrid v. Friesen, Therapeutin und Publizistin, beschreibt witzig und selbstironisch ihren eigenen Werdegang als aufmüpfige, feministisch engagierte junge Frau. Sie reflektiert jedoch kritisch die negativen Folgen der Emanzipation, wenn Frauen die Meinungs- und Gefühlshoheit im emotionalen Bereich, auch in Bezug auf das Glück und das Leben ihrer Kinder haben. Sie fordert eine Emanzipationsbewegung der Männer und eine neue Rollendiskussion, um zu einer kreativen und friedfertigen „Geschlechterdemokratie“ zu gelangen. Es ist ein provokantes Buch, das die Diskussionen um ein neues Rollenverständnis von Männern und Frauen voranbringen will. Es ist letztlich ein Plädoyer zugunsten von mehr „Mitmenschlichkeit“ und mehr „familiärem Frieden“ für die Kinder und die Eltern.
Journalistisch flott hält die Autorin ihrer eigenen Generation, den Altachtundsechzigern, den Spiegel vor und zeigt, wie man mit Witz und Phantasie sich und seine Kinder dem Konsumrausch - z. B. Kindergeburtstagsgeschenken - entziehen kann.