Er wurde belächelt und ausgebremst. Doch er hatte eine Idee, und er hatte Recht. Harald zur Hausen erhielt den Nobelpreis für Medizin, weil er nachgewiesen hat, was in den Augen seiner Kollegen nicht sein konnte: Manche Krebsarten werden durch Viren verursacht. So lieferte er die Grundlage für die Entwicklung eines Impfstoffes, der jährlich weltweit bis zu eineinhalb Millionen Erkrankungen verhindern könnte. In diesem Buch erzählt der Nobelpreisträger zusammen mit der Wissenschaftsjournalistin Katja Reuter, wie eine Idee zum Projekt seines Lebens wurde und wie der Nobelpreis sein Leben veränderte. Der Blick hinter die Kulissen zeigt den langen Weg eines Gedankens, der fundamentale Denkweisen umstößt, wir erfahren plastisch, was Konkurrenzkämpfe und Hindernisse für die Wissenschaft bedeuten, welche Rolle Irrwege und Zufälle in der Forschung spielen und manches über Medizin-Politik und die Rolle der Pharmaindustrie. Zugleich bringt der Autor Klarheit in umstrittene Fakten. Das Buch zeigt das Leben eines überzeugten Querdenkers und erzählt die spannende Geschichte einer umwälzenden Entdeckung.
Harald zur Hausen Pořadí knih (chronologicky)


Erst vor kurzem wurde noch heftig über die Konsequenzen der vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Erbguts diskutiert. Mittlerweile ist dessen Bausteinfolge fast vollständig bekannt, und wir haben uns schon daran gewöhnt, fast wöchentlich von gelungenen Gesamtsequenzierungen von Mikroorganismen, tierischen und pflanzlichen Genomen zu hören. Heute spielt die Debatte über embryonale Stammzellen und über das Klonen eine ungleich größere Rolle. Diese Diskussionen lassen viel zu oft ein integrierendes Weltbild auf der Basis der Eigentümlichkeiten des Menschseins wie auch umfassender naturwissenschaftlicher Erkenntnisse vermissen. Die letzteren sollten dabei immer wieder auf der Grundlage neuer Einsichten auf den Prüfstand gestellt werden. Der vorliegende Band berührt das Spannungsverhältnis zwischen Religion und der sich rasch entwickelnden Molekularbiologie. Er möchte zum Nachdenken darüber anregen und zur Versachlichung der oftmals emotional geführten Diskussionen beitragen.