Lebenswege kreuzen sich, Menschen begegnen einander, und wenn der Zufall mitspielt, entstehen Geschichten wie die von Rudolf Habringer. Sie sind lebendig, überraschend, raffiniert, manchmal schockierend, böse und traurig. Die Protagonistinnen und Protagonisten dieses Erzählbandes teilen einen gemeinsamen Lebensraum im „Hügelland“ an der Donau und sind schicksalhaft miteinander verbunden – nur wissen nicht alle davon. Sie kämpfen mit ihrem Alltag, ihren privaten und beruflichen Beziehungen. Einige haben etwas zu verbergen, tragen ein Geheimnis mit sich oder haben sich schuldig gemacht. Sie sind verzweifelt Liebende, Einsame, psychisch Kranke, orientierungslose Jugendliche, die an der Abwesenheit von Glück laborieren und am Unvermögen, ihr Leben aktiv zu gestalten. Einer betrügt seine Frau, ein anderer seine Firma; einer begeht ein Verbrechen, während ein anderer ein solches deckt. Eine Frau wird zur Erpresserin, die nächste macht sich schuldig, um ihre Tochter zu schützen. Blitzlichtartig lassen uns die Figuren an ihrem Leben teilhaben – sie halten an, zeigen einen Ausschnitt ihres Alltags und reisen weiter. Dass Leser*innen um ihre Geheimnisse wissen und einem Rätselspiel gleich ihren Verbindungen nachspüren wollen – darin liegt der Reiz dieses Erzählbandes
Rudolf Habringer Knihy






Die Radiomoderatorin Lisa betreut die nächtliche Sendung 'Nitetalk', während der Telefonist Schmögner in der Nacht arbeitet, wenn alle Töne intensiver erscheinen. Die heimliche Verehrung des einsamen Hörers für Lisas betörende Stimme entwickelt sich bald zu einer Obsession. In einer anderen Erzählung entfaltet sich eine zarte Beziehung zwischen einem zurückhaltenden Pianisten und einer anmutigen Tänzerin, deren Schicksal sie eines Nachts in ein gemeinsames Hotelzimmer führt. Ein nicht mehr ganz so junger Mann begegnet 'Am See' unerwartet und flüchtig der Schwester seines besten Freundes, während ein Pharmavertreter sich von seinem strengen Vater verabschiedet. Erst 'Am Ende' wird ihm bewusst, wie tief die Liebe zu diesem oft verständnislosen Mann war. Die Figuren in Habringers acht Erzählungen teilen unerfüllte Sehnsüchte, glücklose Liebesgeschichten und das Gefühl der Einsamkeit. Habringer beschreibt präzise die Innenwelten seiner Protagonisten, die oft in der Beobachtung ihrer eigenen seelischen Vorgänge gefangen sind. Der Nachdenklichkeit in nächtlichen Stunden, den Freuden und Leiden des Verliebtseins sowie der Ohnmacht angesichts des Todes stellt er die Hoffnung auf Liebe gegenüber, die in verschiedenen Facetten erlebt wird. Variationen über ersehnte Nähe, brüchige Beziehungen und nachgetragene Liebe durchziehen die Erzählungen.
Durch Zufall trifft Arnold Walter, ein Universitätsprofessor in Regensburg, seine Jugendliebe Katharina wieder. Beide sind längst verheiratet und haben sich, mehr oder weniger zufrieden, in ihren Leben eingerichtet. Bei Arnold löst die flüchtige Begegnung aber eine Obsession aus, und er setzt alles daran, Katharina wiederzusehen – weshalb er den Privatdetektiv Seisenbacher engagiert, sie zu finden. Während es Arnold auf diese Weise gelingt, den Kontakt mit Katharina wieder aufzunehmen, und eine zarte Affäre beginnt, wird er plötzlich erpresst. Ohne Katharina davon in Kenntnis zu setzen, macht Arnold sich auf, den Erpresser zu stellen, was für alle Beteiligten ungeahnte Konsequenzen mit sich bringt. Wiederauflebende Gefühle, eine geheime Romanze und ein Privatdetektiv, der seine eigenen Interessen verfolgt, entwickeln in Rudolf Habringers neuem Roman eine Dynamik, die bald außer Kontrolle gerät: Nach und nach verweben sich die Geschichte des Privatdetektivs und jene des Paares und erzählen ein menschliches Drama, in dessen Zuge man an diesen 'Engeln zweiter Ordnung' immer wieder das Besondere, das Verletzliche, aber auch das Skurrile entdeckt.
Heute brennt wieder der Baum
- 214 stránek
- 8 hodin čtení
Bernhard Minetti geht turnen
- 112 stránek
- 4 hodiny čtení
Hansi Hinterseer lernt singen
- 120 stránek
- 5 hodin čtení
„Manchmal will das Lachen nicht aus dem Hals heraus, weil da Bilder und Facetten des Menschseins entstehen, die uns kein Fernsehgerät zu zeigen vermag. Dass Habringer über ein starkes komödiantisches Talent verfügt, dass er mit seiner Schreibhand geradezu geniale Satiren aufs Papier zu bannen vermag, wissen wir definitiv seit einem Jahr.“ Andreas Tiefenbacher, Die Furche
Leirichs Zögern
- 400 stránek
- 14 hodin čtení
Gregor Leirichs Leben gerät aus den Fugen. Eine Fremde spricht ihn an und eröffnet ihm, dass er einen Halbbruder hat, von dessen Existenz er bisher nichts wusste. Leirich, der es sich als Historiker am Institut für Zeitgeschichte gut eingerichtet hat in seinem Leben, reagiert in höchstem Maß erschrocken. Mit wem soll er sich austauschen? Mit seinen Schwestern? Seiner Exfrau? Seiner Tochter? Er beginnt zu recherchieren und erfährt, dass der Halbbruder ganz in der Nähe lebt. Warum hat er sich nicht zu erkennen gegeben? Warum haben die, die von ihm wussten, über Jahrzehnte geschwiegen? Und vor allem – warum hat der Vater nie etwas erzählt von seinem ersten, im Krieg gezeugten Kind? Plötzlich muss sich der Historiker seiner eigenen Familiengeschichte stellen. Unversehens gerät die Auseinandersetzung mit dem unbekannten Bruder zu einer Beschäftigung mit Leirichs Kindheit, dem lange schon verstorbenen Vater und einem Schweigen, das zum Teil der Persönlichkeit des Vaters geschuldet ist, zum anderen Teil den gesellschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit. Mit Leichtigkeit und Intensität zugleich erzählt Rudolf Habringer von der Scheu eines Mannes, der sich erst nur zögerlich vorwärtstastet, schließlich aber die Begegnung wagt und ein Familientreffen arrangiert. Ein starker Roman, der an Tabus rührt und unangenehme Fragen Wie sicher sind die Wahrheiten, auf denen unser Leben steht?
Ein schräger und satirischer Mix aus Szenen, Monologen, Parodien und Liedernrund um brennende Weihnachtsbäume, unschuldige Engerl, illuminierteTurmbläser, ahnungslose Hirten und fl exible Nikoläuse. Unter dankenswerterMitwirkung von Karl Heinz Grasser, Walter Meischberger, Giovanni Trappatoni, Herbert Prohaska, Bert Brecht und vielen anderen bekannten und unbekanntenHirtenspielern – unter ihnen auch Felix Baumgartner. Alle Jahre wieder präsentiert Rudolf Habringer um die Weihnachtszeit satirische und ironischeTexte über die sogenannte stillste Zeit im Jahr. Dieser Band versammelt Texte aus seinen Programmen „Heute brennt schon wieder der Baum“und „Christbaumbrände und andere Bescherungen“ zum Nachlesen.
LiebesKind
- 296 stránek
- 11 hodin čtení
Die Töpfe von Brüssel und andere Fettnäpfchen
- 160 stránek
- 6 hodin čtení
Witzig und schräg gewährt der Autor in seinem sechsten Satirenband wieder Einblicke in das österreichische (Un-)Wesen. Seine Figuren sind Monologisierer, Bramarbaseure und Suderanten: schrullig und verrückt, borniert, blasiert oder auch einfach nur komisch, immer aber aus dem prallen Leben gegriffen. So treffen wir auf den Imbißstammgast Heinz Mechenschwendtner, der sich darüber erregt, dass in Brüssel das Fördergeld nicht abgeholt wird und es deshalb bei uns keine Skihallen gibt. Auf Kurt Vytlacil, Mikel Ngobo und den Mühlviertler Kellner Fritz Hofstadler, die in widersprüchlicher Weise einen Parkplatzunfall vor einem Andreas Gabalier-Konzert bezeugen. Auf den Dauercamper Sunzinger, der schon immer gewusst hat, was passiert, wenn fremde Wiener ins Revier eindringen. Spielerisch schlüpft Habringer in verschiedene Sprachwelten und macht sich über menschliche Schwächen lustig, ohne zu denunzieren: Skurril, mit schwarzem Humor. Eine schräge Landvermessung tragikomischer Abgründe unseres Alltags.
Liebes Kind
- 245 stránek
- 9 hodin čtení
Fritz wird als Einjähriger der Mutter wegen angeblicher Vernachlässigung der Sorgepflicht weggenommen. Die Fürsorge weist ihn einer Familie in einem obersteirischen Kinderdorf zu. Dieser Roman ist die „Nacherfindung“ seiner dort verbrachten Kindheit und Jugend. Langsam, aber stetig ergibt sich der neue Vati dem Alkohol und „Mutti“ versucht mit aller Kraft die Fassade der heilen Familie aufrechtzuerhalten. Verständnislos steht sie den nur allzu normalen Verhaltensweisen von Kindern gegenüber, weiß nichts über die Sorgen und Ängste von Fritz. Als dieser durch einen bösen Streich seines Freundes denunziert wird, schlägt sie ihn, droht mit der Erziehungsanstalt, lässt ihn von nun an im Keller schlafen. Rudolf Habringer schildert bestürzend präzise das Heranwachsen eines Kindes in der Kälte kleinbürgerlicher Normen. Ein Leben geprägt von enttäuschter Liebe, seelischer Einsamkeit und Misshandlung. Eva Oberleitner, Neue Wiener Bücherbriefe
Anlässlich des legendären Finales der Schach-Weltmeisterschaft zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer gerät der junge Österreicher Richard Behrend 1972 zum ersten Mal nach Island. Durch Zufall stößt er dort auf die Spuren des Musikers Karl Wallek, der 1938 mit seiner Familie aus Graz fliehen musste und in Island nicht nur ein Zuhause, sondern auch berufliche Anerkennung fand. Walleks Geschichte lässt Behrend von da an nicht mehr los, und er begibt sich auf Spurensuche in Island und Österreich. Dabei trifft er auf irritierende Zusammenhänge und verdrängte Gefühle und erlebt, wie das Schicksal des Exilanten Wallek – eine Geschichte der Flucht, der Einsamkeit und des Neuanfangs – zum Spiegel seines eigenen Lebens wird, denn auch er wird schließlich Bekanntes hinter sich lassen und auf der Insel im Atlantik einen neuen Beginn wagen. Rudolf Habringer erzählt in seinem großen Entwicklungsroman nicht nur von leidenschaftlichen Gefühlen und ihren möglichen Auswirkungen auf das Leben eines jungen Menschen, sondern auch von nicht bewältigter Vergangenheit, deren Konsequenzen bis in die Gegenwart reichen. Eindringlich und sensibel zeichnet er den Lebensweg eines 'angry young man' nach, der im Laufe der Jahre immer mehr zu sich selbst findet.
Der Kobold der Träume
- 189 stránek
- 7 hodin čtení
Träume sind die flüchtigen Begleiter unserer Nächte, in denen Tageswirklichkeit und eine andere Realität aufeinandertreffen. Menschen halten ihre Traumgeschichten selten fest, doch dieses Buch versammelt die aufgezeichneten Träume von Künstlerinnen und Künstlern – darunter Schriftsteller, eine Choreographin, eine Bühnenbildnerin, ein Architekt und eine Psychoanalytikerin. Sie gewähren Einblicke in die Sprach- und Bildwelten ihrer Träume, ohne deren Geheimnis zu lüften. Was verbirgt sich hinter unseren Träumen? Sind sie lediglich individuelle Bilder, die nur für den Träumenden Bedeutung haben, oder stellen sie einen verschlüsselten Ausdruck der gesellschaftlichen Realität dar? Gehören Träume nur dem Träumenden, oder sind sie auch ein Erbe unserer Vorfahren, etwas Archetypisches, das uns alle betrifft? Diese Fragen werden in Essays und Interviews der Autorinnen und Autoren behandelt. Das Buch ist eine Einladung an alle, die selbst träumen und die nächtlichen „Ringkämpfe“ kennen. Es erkundet nächtliche Botschaften, fragile Ahnungen, bizarre Erinnerungen, quälende Ängste und rätselhafte Lüste. Beiträge stammen von: Bogdan Bogdanovic, Edita Braun, Rudolf Habringer, Eugenie Kain, Josef P. Mautner, Anna Mitgutsch, Margit Schreiner, Jutta Schwarz, Eva Sobieszek, Luna Gertraud Steiner, Vladimir Vertlib und Monika Wogrolly.
Verena, Psychotherapeutin in Regensburg, hat ihren Mann durch einen unsinnigen Mord verloren. Ihr Leben und das ihrer beiden Kinder gerät komplett aus den Fugen – auch nach Monaten kann sie nicht von der Suche nach dem Mörder ablassen.Katharina, Politikerehefrau in Linz, hat zwei große Geheimnisse: Ihre Tochter Sandra ist ein 'Kuckuckskind', und sie hatte bis vor Kurzem eine Affäre mit ihrem Jugendfreund – bis dieser getötet wurde. Sandra wiederum stellt ihrerseits Nachforschungen an und kommt den Geheimnissen der Mutter auf die Spur. Und im tschechischen Krumau rätseln ein Musiker und eine Kellnerin, was hinter den Besuchen mehrerer deutsch sprechender Touristen steckt. Bruchstücke von Leben, Menschen, die flüchtig betrachtet nichts miteinander zu tun haben, verwebt Rudolf Habringer kunstvoll zu einem vielstimmigen Gesamtbild, das dennoch lückenhaft bleiben muss. Sie alle leben in ihrer eigenen, brüchigen Welt mit Geheimnissen, Ahnungen und nicht gestellten Fragen.











