Knihobot

Thomas Hengstenberg

    Gebhard Schwermer, von der Poesie des Verfalls
    Mensch und Menschenwerk im Blick der verschollenen Generation
    Felix Nussbaum im Spiegel seiner Zeit
    Vor dem Krieg, auf der Flucht, nach dem Frieden
    • Felix Nussbaum im Spiegel seiner Zeit

      mit Werken aus der Sammlung Schlenke : Schloss Cappenberg, 21. Oktober 2012 - 07. April 2013

      • 203 stránek
      • 8 hodin čtení

      Das umfangreiche Katalogbuch vereint mehr als 140 Arbeiten aus der Sammlung Irmgard und Hubert Schlenke, in deren Mittelpunkt die Werke Felix Nussbaums stehen. Nussbaum wurde 1904 als Kind jüdischer Eltern in Osnabrück geborenen, 1944 verhaftet, nach Auschwitz transportiert und ermordet. Die Schrecken des Krieges haben sich in den Bildern des Künstlers auf eindrückliche und zugleich bedrückende Weise niedergeschlagen. Zu den im Katalog vertretenen Künstlern gehören neben Felix Nussbaum und seiner polnischen Ehefrau Felka Platek u. a. auch Peter August Böckstiegel, Walter Grammaté, Rudolf Levy, Hanna Höch, Hans Hubertus Graf von Merveldt, Otto Möller, Emy Roeder, Horst Strempel und Max Schwimmer. Viele von ihnen hatten in der kurzen Zeitspanne zwischen den Kriegen große Erfolge und wirkten mit Experimentierfreude und starkem Veränderungswillen prägend auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben. Ihre Hoffnungen jedoch, den unruhigen, krisengeschüttelten Anfangsjahrzehnten des 20. Jahrhunderts würde eine Zeit der Stabilität für eine in Freiheit erneuerte Gesellschaft folgen, erloschen spätestens mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten.

      Felix Nussbaum im Spiegel seiner Zeit2012
    • Mit dem Verbot moderner Kunst im Jahr 1936 wurden „Expressionismus“ und „Neue Sachlichkeit“, ebenso wie andere Richtungen der avantgardistischen Kunst, als Zeichen des Verfalls an den Pranger gestellt. Vereinnahmt und instrumentalisiert, um die politischen Ideologien zu unterstützen, hatten die Künste ihre in Jahrzehnten hart erkämpfte Unabhängigkeit verloren. Diejenigen, die sich dem Diktat nicht unterwerfen wollten, waren gezwungen, ins Exil zu gehen. Der Katalog widmet sich erstmals und umfassend jenen Künstlerinnen und Künstler, von denen heute viele in Vergessenheit geraten sind, die jedoch entscheidende Impulse gegeben und einflussreiche Werke hinterlassen haben.

      Vor dem Krieg, auf der Flucht, nach dem Frieden2012