Knihobot

Johannes Herrmann

    Moritz von Sachsen (1521 - 1553)
    • 2003

      Vor 460 Jahren fiel Kurfürst Moritz von Sachsen in der Schlacht bei Sievershausen, ein umstrittener Mann der Reformationszeit. Geboren im Freiberger Ländchen, folgte er seinem evangelischen Vater Heinrich dem Frommen als albertinischer Herzog in Dresden. An der Seite des katholischen Kaisers Karl V. erlangte er im Schmalkaldischen Krieg die Kurwürde, die Johann Friedrich nach dem Mühlberger Gefecht verlor. Moritz starb ein Jahr nach seinem Tod in Weimar, der Residenz der ernestinischen Herzöge. Er hinterließ ein neu geordnetes Kurfürstentum Sachsen mit Fürstenschulen, lutherischer Konfession und dem Dresdner Schlossneubau für seinen Bruder August. Als vermeintlicher Verräter der protestantischen Sache, bekannt als "Judas von Meißen", distanzierte er sich zunehmend vom Kaiser und wurde dessen wichtigster Gegenspieler. Seine Tatkraft und Verhandlungsgeschick zeichneten ihn als Führer der deutschen Fürstenopposition aus. Mit dem Passauer Vertrag 1552 setzte er die reichsrechtliche Anerkennung der Reformation durch und begründete Sachsens Rolle als protestantische Führungsmacht. Im Kampf gegen Albrecht Alkibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, fiel er 1553 und wurde der letzte regierende Fürst in Deutschland, der auf dem Schlachtfeld starb, zugleich auch ein Friedensfürst. Der Leipziger Reformationshistoriker legt hier eine bearbeitete und erweiterte Biografie für eine historisch interessierte Leserschaft vor.

      Moritz von Sachsen (1521 - 1553)