Fritz Dross Knihy


Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten schloss die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie rund 20 Prozent ihrer Mitglieder aus, die als „nichtarisch“ oder „jüdisch“ galten. Der damalige Vorsitzende Walter Stoeckel erklärte 1933, dass man das Schicksal dieser Mitglieder nicht ändern könne, was von den Anwesenden bejaht wurde. In diesem Gedenkbuch werden erstmals die Namen von mindestens 160 betroffenen Ärztinnen und Ärzten aufgeführt. Etwa zwei Drittel flohen ins Ausland, während einige in den Selbstmord getrieben wurden und andere in Konzentrationslagern wie Theresienstadt und Auschwitz ermordet wurden. Für die meisten dieser Personen konnten wichtige biografische Daten ermittelt werden, und zahlreiche Lebensgeschichten werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten dargestellt. Die wissenschaftlichen Leistungen der international anerkannten Forscher werden skizziert, die, wenn sie fliehen konnten, oft im Ausland erfolgreich blieben. Im Gegensatz dazu hatten weniger gut vernetzte Vertriebenen oft Schwierigkeiten, sich neu zu etablieren, und lebten in prekären Verhältnissen. Besonders erschütternd sind die Schicksale der in den Selbstmord getriebenen und im KZ ermordeten Mitglieder, die in einigen Details dokumentiert sind.