Rendezvous mit der Sammlung
Kunst von 1960 bis heute






Kunst von 1960 bis heute
Isolde Maria Joham (*1932) gilt als Pionierin der Glaskunst, die sie mit Feingefühl und technischer Brillanz stets weiterentwickelt hat. Ihre monumentalen Leinwandarbeiten können es souverän mit der von Männern dominierten Pop-Art aufnehmen. In ihrer fotorealistischen Malerei geht sie schonungslos den drängenden Fragen ihrer Zeit nach.
Schönheit ist verführerisch. Schönheit ist Macht. Wahre Schönheit ist ein Mythos: Bereits in der homerischen Ilias wetteiferten Athene, Aphrodite und Hera darum, wer die Schönste sei. Doch das berühmte Urteil des Paris fiel fragwürdig aus, der Juror erwies sich schon in dieser frühen Castingshow als bestechlich. Was schön ist, ist epochen- und kulturübergreifend nicht nur eine Geschmacksfrage. Wissenschaftler, Künstler, Literaten und Musiker suchen etwa in der Natur oder Harmonielehre nach den vermeintlich objektiven Kriterien für Schönheit. Demgegenüber bringt die subjektive Empfindung des Schönen eigene Ideale hervor – von der Maria Aegyptiaca bis zu den Wundern der plastischen Chirurgie. All diese Facetten bilden jenen Mythos Schönheit, den dieser Band anhand ausgewählter Werke aus den natur-, kultur- und kunstwissenschaftlichen Sammlungen des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz auffächert.00Exhibition: Schlossmuseum Linz, Austria (06.05.–08.11.2015).
Das Quadrat hat die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst. Marli Hoppe-Ritter präsentiert in ihrer Sammlung eine Auswahl an Bildern und Installationen konstruktiv-konkreter Kunst, die das Thema Quadrat beleuchtet. Die Neupräsentation der Sammlung lässt sich treffend mit dem Titel der berühmten Werkserie von Josef Albers beschreiben. Rund 80 Werke, von Kasimir Malewitsch bis zur Gegenwart, bieten Einblicke in die geometrisch-abstrakte Welt des Quadrats. Exemplarische Gemälde und Papierarbeiten von Theo van Doesburg und El Lissitzky repräsentieren die Anfänge dieser Kunstrichtung. Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind Werke von Willi Baumeister und Ad Dekker sowie Vertreter der Kinetischen Kunst wie Martha Boto und Christian Megert zu finden. Die zeitgenössische Kunst ist stark vertreten, sowohl durch junge Künstler, die Technik und Material innovativ nutzen, als auch durch bedeutende Vertreter der geometrischen Kunst, die die strenge Linie der konstruktiv-konkreten Tradition auf hohem ästhetischen Niveau fortführen. Die Arbeiten von Gerhard Frömel, Gottfried Honegger, Nelly Rudin und Klaus Staudt sind zentrale Bestandteile der Sammlung und von großer Bedeutung für das MUSEUM RITTER.
Für das MUSEUM RITTER in Waldenbuch bei Böblingen hat der Schweizer Architekt Max Dudler ein quadratisch angelegtes Bauwerk entworfen, das aus zwei Gebäudeteilen und einer verbindenden Passage besteht. Der größere Flügel beherbergt die Sammlung Marli Hoppe-Ritter, die dem Quadrat in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet ist. Im kleineren Flügel ist das Besucherzentrum der Firma Ritter Sport untergebracht. Max Dudler steht im Ruf, sehr eigenwillige, den Traditionen des modernen Rationalismus und der Renaissance verpflichtete Bauten zu errichten, die so etwas wie Gegenprogramme bilden zu den Dekonstruktivisten, aber auch zur aktuellen biomorphen Richtung in der Architektur. Oswald M. Ungers Schüler erfand für das MUSEUM RITTER ein subtiles Spiel der Geometrien, in dem das Quadrat – dem Firmenprodukt der Schokolade gemäß – zwar einen festen Platz, entscheiden ist jedoch das Trapez. Die Publikation dokumentiert diesen ungewöhnlichen Bau anhand zahlreicher Abbildungen und Beiträge von Dieter Bartetzko, Max Dudler, Gerda Ridler und Alfred Ritter.