Knihobot

Hanna Engelmeier

    Das Tier als Medium und Obsession
    Trost
    Die Gruppe. Zur Geschichte und Theorie eines folgenreichen Konzepts
    • Trost

      Vier Übungen

      Dass Lesen weit mehr ist als das sinnstiftende Erfassen von Buchstaben, zeigen die vier Übungen, die dieser Essay versammelt. Sie führen das Lesen zusammen mit dem Schreiben, dem Hören, dem Beten und dem Genießen: Der heute nur wenigen bekannte Franz Xaver Kappus regte Rilke durch seine Briefe zu einer Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Dichtens an, die bis heute Schreibende (und Lesende) inspiriert. Die Tonaufnahme von David Foster Wallaces Rede »This Is Water« und ein Hörspiel zu Walt Disneys Aristocats zeugen von einem Lesen, das Hören ist. Eileen Myles findet als Kind ein Rollenmodell in der Lektüre eines Johanna-von-Orléans-Comics und Adorno gönnt sich neben Kritik auch mal Eiscreme. In dieser Engführung von Kritik und Enthusiasmus, Kanon und Pop, Alltag und Ästhetik, Persönlichem und Theoretischem offenbart sich mit jedem weiteren Kapitel genau das, was der Titel verspricht: vier Übungen, die klug, voller Witz und doch mit Ernsthaftigkeit Text und Nebentext feiern und sich zu einer leisen, aber unbedingten Leseempfehlung für schwere und nicht ganz so schwere Zeiten fügen.

      Trost2021
    • Das Tier als Medium und Obsession

      Zur Politik des Wissens von Mensch und Tier um 1900

      • 318 stránek
      • 12 hodin čtení

      [Text is in German] Um 1900 geraet das Mensch-Tier-Verhaeltnis in den Sog evolutionistischer, esoterischer und poetischer Diskurse. Im Grenzbereich von menschlichem und nichtmenschlichem Leben formieren sich wirkmaechtige Ideologien und Mythen, die das Differenz���­schema von Mensch und Tier fundamental angreifen, unterlaufen oder aufkuendigen. Das Tier als Medium und Obsession interessiert sich fuer jene litera���­rischen und theoretischen Interventionen, die affirmativ bis eupho���­���­risch auf die evolutionsbiologisch begruendete Naehe zum Animalischen reagieren. Dabei draengen sich Fragen sozialgeschichtlicher und psychohistorischer Natur Laesst sich die ueberschwaengliche Auseinandersetzung mit Pantoffeltierchen, Ichthyosauriern und Kroeten auf den Wunsch zurueckfuehren, das Amorphe zu inkorporieren und dadurch zu bannen? Ist die Sehnsucht nach der All-Einheit mit dem Organischen eine Reaktion auf Entfremdung in der Moderne? Und wie verhaelt sich die obsessive Hinwendung zur Welt der tierischen Vorfahren und Mitlebewesen zur Hybris, die Schranken des Menschendaseins ueber das ,Medium Tier' gleichsam transzendieren zu wollen? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob man generell versuchen muesste, Tierliebe mit politischer Krisenstimmung zusammen zu denken, und wenn was das wiederum in Hinblick auf die gegenwaertige Konjunktur der sogenannten Animal Studies heissen wuerde. Mit dem Sammelband wird eine dezidiert literaturwissenschaftliche Annaeherung an die bizarren und mitunter gar erschreckenden Erscheinungsformen anvisiert, in denen sich das Menschliche und das Nicht-Menschliche koerperlich, institutionell, geschichtlich und nicht zuletzt semiotisch ueberkreuzen. Untersucht werden Sprachformen und Sprechweisen, die auf Tiere Bezug nehmen, Diskurse, die die Vorstellungen von Tiersein und Menschsein konstituieren oder eben aufloesen, sowie die Variationen einer literarischen Sprache, die Tierisches in Texten zu inszenieren vermag. Gefragt wird zudem nach dem Unheimlichen und Abgruendigen, das gerade am Haus- und Dressurtier in Erscheinung tritt. Auf eine verstoerende und bislang kaum erhellte Konstellation machen die gesammelten Beitraege so dass naemlich Mensch-Tier-Beziehungen um 1900, zwischen Liebe und Grausamkeit, Bio-Utopien und sozialer Krisenstimmung oszillierend, Tierliebe und Misanthropie mitunter auf bedenkliche Weise spiegeln. Mit Beitraegen von K���¡ri Driscoll, Annette Keck, Jacques Lezra, Werner Michler, Cornelia Ortlieb, Patrick Ramponi, Elisabeth Strowick, Jenny Willner u.a.

      Das Tier als Medium und Obsession2015