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Vor über 6.000 Jahren entwickelten die Ägypter eine Technik, um in die härtesten Steine zu bohren, was die Herstellung von Steingefäßen ermöglichte. Diese stabilen Gefäße waren ideale Grabbeigaben für Herrscher und hohe Beamte und wurden über 4.000 Jahre hinweg populär, auch als wertvolle Exportartikel in der antiken Welt. Als Luxusprodukte fanden sie sich in den Gräbern der Könige und höchsten Beamten. Bei Ausgrabungen der Königsgräber und der beeindruckenden Anlagen der Elite der 0. bis 3. Dynastie (ca. 3300-2600 v.Chr.) in Abydos und Saqqara wurden Tausende dieser Gefäße entdeckt, was auf gut organisierte Spezialproduktionsstätten hinweist. Jüngste Versuche der Experimentellen Archäologie zeigen das Wissen und den Aufwand der ägyptischen Handwerker. In höchster Qualität und in großen Mengen hergestellt, waren Steingefäße auch bedeutende Exportschlager und wurden in vielen antiken Mittelmeerzentren gefunden. Bei den Ausgrabungen in der Handelsmetropole Qatna (Mittel-Syrien, 2. Jt. v.Chr.) wurden verschiedene ägyptische Steingefäße und deren lokale Imitate entdeckt. Ihr Verwendungszweck war stets, die Produkte wie Speisen, Getränke und Kosmetika für die Verstorbenen im Jenseits bereitzustellen – und zwar „für die Ewigkeit“.