Knihobot

Dirk Mathias Dalberg

    1. leden 1976
    Die nichtpolitische Politik
    Politisches Denken im tschechoslowakischen Dissens
    • Politisches Denken im tschechoslowakischen Dissens

      Egon Bondy, Miroslav Kusý, Milan Šimečka und Petr Uhl (1968-1989)

      Das politische Denken im östlichen Mitteleuropa ist ein oft vernachlässigtes Thema der politischen Ideengeschichtsschreibung. Dirk Mathias Dalberg versucht, diese Lücke mit seiner interpretativen politikwissenschaftlichen Arbeit zu schließen. Sein Ziel ist es, das Bewusstsein für das politische Denken tschechischer und slowakischer Dissidenten zu schärfen und die Geschichtsschreibung des europäischen politischen Denkens zu bereichern. Dalberg untersucht die Werke von Egon Bondy, Petr Uhl, Miroslav Kusý und Milan Šimečka, die zwischen 1968 und 1989 aktiven politischen Widerspruch in der Tschechoslowakei leisteten und in Konflikt mit der kommunistischen Partei gerieten. Diese Autoren schrieben aus einer marxistischen Perspektive kritisch über die politische Realität in ihrer Heimat und entwickelten ähnliche Vorstellungen eines besseren politischen Systems. Während Bondy und Uhl ihren marxistischen Überzeugungen treu blieben, wandten sich Kusý und Šimečka der liberalen Demokratie zu, wie sie im Westen verwirklicht wurde. Dalbergs Analyse zeigt, dass das Denken dieser Denker Ausdruck eines Ideentransfers ist, der westliche und östliche politische Gedanken reflektiert und gleichzeitig auf ältere tschechische und slowakische Ideen zurückgreift.

      Politisches Denken im tschechoslowakischen Dissens2023
    • Die nichtpolitische Politik

      Eine tschechische Strategie und Politikvorstellung

      • 440 stránek
      • 16 hodin čtení

      Was verbirgt sich hinter dem tschechischen Konzept der nichtpolitischen Politik ("nepolitická politika"), das in Deutschland bisher wenig Beachtung gefunden hat? Politik umfasst oft Streit, Kompromisse, Parteiengezänk und Lügen. In Tschechien ist die Idee der nichtpolitischen Politik eng mit Václav Havel verbunden, doch Dirk Mathias Dalberg zeigt, dass sie älter ist als der tschechische Dissens der 70er und 80er Jahre. Ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Als normative Vorstellung und alternative Strategie zur Erreichung langfristiger politischer Ziele, wie der Schaffung und Bewahrung eines eigenen Staates, erlebte sie von 1890 bis 1940 in den böhmischen Ländern ihre Blütezeit. Die Formulierung als rhetorisches Oxymoron und logische contradictio in adiecto weckte besondere Assoziationen und hatte politische Relevanz. Dalbergs Untersuchung beleuchtet die ideengeschichtlichen Ursprünge, Inhalte und Funktionen der nichtpolitischen Politik und bietet einen umfassenden Überblick über diese Idee. Angesichts der Politikverdrossenheit in westlichen Demokratien und der wahrgenommenen politischen Unfähigkeit mancher Politiker ist sie aktueller, als man vermuten könnte.

      Die nichtpolitische Politik2013