Tod
Expressionismus 12/2020





Expressionismus 12/2020
Expressionismus 13/2021
Als avantgardistische Bewegung setzt die expressionistische Kunst auf die Abgrenzung von 'älteren' Vorbildern. Damit verbunden ist nicht zuletzt die Absetzung von der Weltsicht und Lebensweise der eigenen Elterngeneration. Der Generationenkonflikt des Expressionismus entfaltet sich nirgends so prägnant wie im Verhältnis von Vater und Sohn, dem Repräsentanten der 'alten' und dem Repräsentanten der 'neuen' Zeit. Zahlreiche Werke vermitteln das Bild vom Unterdrücker-Vater, von dem sich der Sohn notfalls mit Gewalt ablösen muss. Einerseits liegen den künstlerischen Behandlungen des Themas häufig biografische Kontexte zugrunde. Andererseits entwickelt die expressionistische Kunst auch eine eigene davon unabhängige Ästhetik des Vater-Sohn-Konflikts. Das Themenheft widmet sich diesem Problemfeld - ausgehend von Walter Hasenclevers Drama Der Sohn - in all seinen Facetten. Dabei gilt es, die Behandlung von Vater-Sohn-Beziehungen in den diversen Kunstrichtungen exemplarisch zu eruieren und die expressionistische Ästhetik des Vater-Sohn-Konflikts einschliesslich ihrer Gegenerzählungen nachzuzeichnen
Expressionismus 15/2022
Positionen der aufklärerischen Fabelpoetik im 18. Jahrhundert
Obwohl die Fabel unbestritten eine der wichtigsten Gattungen der Aufklarungsliteratur darstellt, ist sie von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang kaum untersucht worden. Zu oft hat man ihr in der Vergangenheit Trivialitat unterstellt und sie als blosse Gebrauchliteratur verstanden. Dagegen wurde der dichtungstheoretische Diskussionszusammenhang ignoriert, in dem sie im 18. Jahrhundert steht. Dieser Diskussionszusammenhang wird in der vorliegenden Studie erstmals umfassend rekonstruiert. Dabei werden neben den Fabeltexten endlich auch die theoretischen Fabelabhandlungen systematisch auf Basis der Erstausgaben ausgewertet. Die chronologische Darstellung zeigt, wie sich die Fabeldiskussion der Aufklarung in drei Phasen um die zentrale Frage dreht, wie die Moralwirkung von Dichtung gesichert werden kann, vermag so die Bedingungen der aussergewohnlichen Karriere der Fabel zwischen 1730/40 bis 1770 im Detail zu kontextualisieren. Dabei gelingen wichtige Umakzentuierungen und eine Fulle von Neudeutungen: Nicht nur zeigt sich, wie das heutige Fabelbild sich in der aufklarerischen Diskussion erst langsam herausbildet. Indem der zentrale Einfluss von Autoren wie Daniel Wilhelm Triller, Johann Jacob Bodmer und Johann Jacob Breitinger hervorgehoben wird, ist auch eine Neubewertung von Lessings Fabelkonzept moglich, dessen Verankerung im Gattungskontext hier zum ersten Mal im Einzelnen dargelegt wird.