Im 20. Jahrhundert war Überlingen das Zentrum der Literatur am Bodensee. In das Gästebuch der Stadt trugen sich Schriftsteller wie Heinrich Mann und Max Frisch, der Verleger Siegfried Unseld und Intellektuelle wie Theodor W. Adorno ein. Meist waren es Zivilisationsflüchtige, Migranten und politisch Verfolgte, die die Stadt besuchten, darunter Alfred Döblin und Tami Oelfken. Viele verließen die Stadt wieder, andere blieben, wie etwa Martin Walser. In dieser Anthologie wird das literarische Überlingen erstmals umfassend dokumentiert. Der Spaziergang durch die Stadt führt die Herausgeber dabei bis in die Zeit des Minnesangs zurück.
Siegmund Kopitzki Knihy



»Mein Hegau, schön bist du!« dichtete Joseph Victor von Scheffel. Er ist nicht der einzige Poet, der dieses Heimatlob anstimmte. Die frühere Karolinger Grafschaft Hegau ist ein Dichterland, jeder Fuß Boden getränkt durch Sagen und Lieder. Schon der frühe Reisetourismus hinterließ Spuren. Michel de Montaigne, Johann Wolfgang von Goethe oder Victor Hugo gehörten zu diesen Wallfahrern. Später ließen sich Zivilisationsflüchtlinge nieder, Hermann Hesse, Ludwig Finckh, später Werner Dürrson. Aber auch Einheimische wie Jacob Picard, Hermann Kinder, Markus Werner, Bruno Epple oder Alissa Walser lob(t)en dieses Fleckchen alemannischer Erde. Erstmals wird der literarische Hegau grenzüberschreitend in einer umfassenden Anthologie vermessen. Mit Fotografien von Raimund Gering.
Drei Tagesritte vom Bodensee
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Das Gebiet rund um den Bodensee gilt heutzutage als eine der schönsten und abwechslungsreichsten Regionen Europas. Dass der Weg dorthin steinig und schwer war, lassen die Kurzgeschichten der Autoren in dieser Anthologie erahnen. Sie erzählen von historischen Persönlichkeiten, die im Umkreis des Bodensees bis zu drei Tagesritte vom See entfernt gelebt oder gewirkt haben. Von der Steinzeit bis hin zum Vorabend des Ersten Weltkrieges werden Episoden aus ihrem Leben ebenso spannend wie abwechslungsreich in Szene gesetzt.