Die drei Welten nach König Ruang
Eine siamesische Kosmologie aus dem 14. Jahrhundert
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Um das Jahr 1345 vollendete der designierte Thronfolger Phaya Li Thai, späterer Herrscher des Reiches von Sukhothai, die buddhistische Kosmologie Traibhumikatha, auch bekannt als Trai Phum Phra Ruang. Dieses Werk zählt zu den ältesten überlieferten Schriften der thailändischen Literatur und stellt eine zentrale Darstellung des Thevada Buddhismus dar. Die primäre Absicht des Autors war es, das komplexe Dharma den Laien in verständlicher und unterhaltsamer Form näherzubringen. Historisch ist das Werk mit Martin Luthers theologischer und literarischer Leistung vergleichbar, da Phaya Li Thai die volksnahe Promotion des Pali-Kanon für notwendig hielt, um den Niedergang des Buddhismus zu verhindern. Die Relevanz der Drei Welten zeigt sich bis heute im spirituellen Bewusstsein der Thailänder und beeinflusst deren literarische sowie künstlerische Entwicklung sowie den sozialen Verhaltenskodex. Somit zählt dieses fast 700 Jahre alte Werk nicht nur aus spirituell-philosophischer Sicht, sondern auch historisch und anthropologisch zu den bedeutendsten Schriften in thailändischer Sprache. Es liegt hier erstmals in deutscher Sprache vor.
