Andreas Maus
- 128 stránek
- 5 hodin čtení
Das Zeichenbuch von Andreas Maus umfasst gegenständliche und abstrakte Zeichnungen zu Geschichte, Krieg und Sport. Neben medialisierten Ereignissen wie NS-Graueltaten, Pegida-Demonstrationen und Olympischen Spielen finden sich Bilder, die Mauss Verortung in Köln widerspiegeln: zerstörte Kirchen im Zweiten Weltkrieg und lokale Sportereignisse. Die zueinander in Beziehung stehenden oder kontrastierenden Darstellungen schaffen angedeutete Narrative, die dem Buch eine welterschaffende Kraft verleihen. Eine dystopische, teils freundliche, teils brutal aushaltbare Bildwelt entfaltet sich beim Blättern, schreitet filmisch fort und entwickelt einen eigentümlichen Sog. Überschriften lassen die Zeichnungen manchmal wie Briefmarken erscheinen, die Themen oder Ereignisse verallgemeinern, während andere wie Kapitel-Deckblätter zu einem Roman wirken, dessen Inhalt nur erahnbar bleibt. Zwischen 2013 und 2018 zeichnete Maus mit Kugelschreibern und Finelinern. Flächen werden mosaikartig mit Kreisen, feinen Linien oder Vierecken ausgefüllt, wobei Schwarz und Blau zunehmend Rot und schließlich Grün hinzukommen – eine langwierige Technik. Maus fragt sich, wer so einen großen Welzer mit seinen Kugelschreiberzeichnungen bis zur letzten Ecke ausfüllt, und bezeichnet dies als „voll gut“.

