Im Fokus dieser Untersuchung steht die literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse der Novellensammlung ‚Femmes d’Alger dans leur appartement‘ von Assia Djebar. Die Grundlage bildet eine narratologische Untersuchung der Erzählungen, die deren motivische, ästhetische und referentielle Aspekte in ihrer Verschränkung berücksichtigt. Geschlechtsspezifische Fragen erhalten aus der Perspektive der Gender Studies besondere Aufmerksamkeit, wobei die Texthermeneutik eine zentrale Rolle spielt. Analysieren, Verstehen und kontextualisierendes Interpretieren werden als wechselseitige Prozesse betrachtet. Gesellschaftliche, kulturelle, politische, religiöse und geschichtliche Aspekte, insbesondere koloniale und postkoloniale sowie geschlechtsbedingte Fragestellungen, werden gezielt beleuchtet, um die Inhalte und Bedeutungen der Novellen angemessen zu erfassen. Eine zentrale Fragestellung betrifft die narrative Inszenierung sozialer Hierarchien, insbesondere hinsichtlich der Geschlechter. Zudem wird das subversive und visionäre Potenzial der Erzählungen untersucht, insbesondere wie weibliche Stimmen sozialen Druck überwinden und Ideen präsentieren, die die Situation von Frauen in patriarchalen Gesellschaften verbessern könnten. Der Ansatz Djebars zielt darauf ab, Veränderungen von innen heraus anzuregen und dichotomische Vorstellungen zu vermeiden. Im zweiten Teil der Publikation wird die Sammlung für den gymnasialen Französischunterrich
Katharina Gröber Knihy
