KlappentextDie Beiträge in diesem Gerhard Stapelfeldt gewidmeten Band erschöpfen sich nicht in werkbiografischen Fußnoten, sondern suchen die Kritik im Handgemenge. Ideologie- und theoriekritisch verhandelt werden u. a. die historischen wie logischen Voraussetzungen der Neoliberalismus-Kritik, Fragen der Geschlechterdifferenz, der gegenwärtige Stellenwert materialistischer Religionskritik, die Fallstricke bürgerlicher Emanzipation, Probleme heutiger Gesellschaftstheorie sowie Aspekte neuerer Formen der konformistischen Revolte. Gelesen werden können die Aufsätze als Selbstverständigung darüber, wie dieser Gesellschaft, die dem Widerspruchsgeist scheinbar den Boden entzieht, noch eine kritische Theorie geschrieben werden könne. Mit Beiträgen von Bastian Bredtmann, Julian Duschek, Heinrich Hofer, Karina Korecky, JustIn Monday, Björn Oellers, Hanno Plass, Veith Selk, Paul Stegemann.
Bastian Bredtmann Knihy


Georg Lukács’ „Geschichte und Klassenbewusstsein“ ist ein Werk von zeitloser Bedeutung, das 1923 als Reaktion auf das Scheitern der proletarischen Weltrevolution nach dem Ersten Weltkrieg erschien. Diese Sammlung von Essays und Aufsätzen übt scharfe Kritik am orthodoxen Marxismus und war zentral für die Entwicklung des westlichen Marxismus, auch wenn Lukács nach parteiinternen Anfeindungen seine Thesen widerrief. Die emanzipatorische Linke hat Lukács immer wieder rezipiert, besonders während der Ereignisse von 1968. Seine Begriffe wie Dialektik, Verdinglichung, Entfremdung und Totalität bieten philosophisch fundierte Argumente für die Notwendigkeit der Abschaffung bestehender Verhältnisse. Angesichts der Katastrophen des 20. Jahrhunderts wird die Aktualität seines Werkes hinterfragt, wobei die Relevanz seiner Konzepte betont wird, im Gegensatz zur oft bagatellisierten Sichtweise des postmodernen Diskurses. Die Beiträge des Bandes bewegen sich zwischen den Spannungsfeldern von Bewusstsein und Ideologie sowie Historizität und Geschichte. Mit Beiträgen von Àgnes Heller, Detlev Claussen, Rüdiger Dannemann, Frank Engster, Patrick Eiden-Offe, Roger Behrens, Stefan Müller, Johannes Rein, Veith Selk und Bastian Bredtmann.