Kritik des Rassismus
Eine Einführung
Der Begriff des Rassismus ist sowohl politisch als auch theoretisch umstritten, was auf die historischen Veränderungen des rassistischen Denkens zurückzuführen ist. Während Rassisten früher biologistisch argumentierten und Menschen aufgrund ihrer "Rasse" bestimmte Eigenschaften zuschrieben, hat sich seit dem Nationalsozialismus der Fokus auf kulturelle Prägungen als unveränderliche Wesensmerkmale verschoben. Allen Formen des Rassismus gemein ist das Streben nach der Bestimmung des Eigenen und der Erhaltung eines gesellschaftlichen Status Quo, was eine Abgrenzung zum "Anderen" erfordert, der als nicht zugehörig wahrgenommen wird. Die Vielfalt der Auffassungen über Rassismus führt zu unterschiedlichen Erklärungen seiner Entstehung. Wenn rassistisches Verhalten als Teil der menschlichen Natur beschrieben wird, kann dies zu einer Nähe zu einem rechten Ethnopluralismus führen und antirassistische Strategien untergraben. Eine fundierte Rassismustheorie muss die sozialen und historischen Gründe für die Verbreitung rassistischer Denkweisen untersuchen, um Ansatzpunkte für die Kritik an rassistischen Praktiken zu finden. Dies kann Kritik an alltäglichen rassistischen Praktiken, Medien, staatlichen Institutionen oder der modernen kapitalistischen Gesellschaft umfassen. Ebenso wichtig ist, wie andere Diskriminierungsformen und Ressentiments in den jeweiligen Theorien behandelt werden.
