Ponyhof Lindeck. Sieben Ponys suchen eine Weide
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Pferde brauchen Weideland. Und damit ist es plötzlich schlecht bestellt, seit es die Reiter-Hazienda nicht mehr gibt. Auf den ehemaligen Wieden haben sich Bagger und Baukräne breitgemacht. Nicht nur Grit, die ja jetzt für zwei Pferde zu sorgen hat, durchlebt böse Tage und Wochen, sondern die ganze Ponyreiter-Gemeinschaft. Viele schöne Stunden haben die jungen Reiter und Pferdenarren miteinander verbracht. Von ihrem Taschengeld haben sie ein Klasse-Clubhaus gebaut, und auch die Anzahl der clubeigenen Ponys kann sich sehen lassen. Und nun soll, beinahe über Nacht, das alles vorbei sein? Nie mehr auf dem Rücken eines eigenen Ponys sitzen? Alles Planen und Grübeln scheint vergeblich.„Überlaß das Denken den Pferden – die haben einen größeren Kopf!“ So scherzen die Menschen mitunter. Jedoch diesmal ist es fast so. Nicht, daß die Stute Hanny wie der Goldesel im Märchen plötzlich Golddukaten ausgespuckt hätte, um für sich und seine Artgenossen Weideland zu kaufen. Nein – so war es nicht. Es könnte jedoch sein, daß es den Ponyreiter-Club nicht mehr geben würde. Dann nämlich, wenn sich die Stute Hanny so verhielte, wie Grit es sich heimlich gewünscht hat. Aber die Ponystute tut genau das Gegenteil. Ob Hanny weiß weshalb?
Ohne die Stute Hanny hätte Grit sie alle nicht kennengelernt. Nicht den mitunter so gestrengen Reitlehrer Martin und auch Janos nicht, der so lustig spricht, ein Pferdenarr ist und aus Ungarn stammt. Auch den Pony-Reitern aus Köln wäre Grit nie begegnet. An ihrer Spitze steht Ute, Grits große Favoritin im Sattel. Was für ein prächtiger Kamerad der immer zu Streichen aufgelegte Friedel ist, wäre Grit ebenfalls verborgen geblieben. Damit ist die Hauptsache dieser Geschichte bereits angedeutet, denn nichts im Leben ist so wertvoll, wie gute Freunde zu besitzen. Doch wenn man dazu eines Abends sagen kann: „So einen schönen Tag gibt es nur einmal im Leben!“ dann muß schon etwas ganz Außerordentliches geschehen sein!
Die Pony-Reiter hatten wirklich allen Grund, sich über das Erreichte zu freuen. Das Klubhaus stand auf seinem neuen Platz, und auf dem hügeligen Gelände gab es neben zwei Reitbahnen auch ausreichende Weideställe. Keiner der jungen Reiter hatte sich vor der schweren Arbeit gedrückt. Grund genug, ein zünftiges Reiterfest zu feiern. Doch sobald man glaubt, alles sei wieder einmal in bester Ordnung, dann geschieht meist etwas, was man nicht erwartet hat. Viel Freude hatte Grit nicht bei dem Reiterfest; denn ausgerechnet an diesem Tage spielte Hannys Hengstfohlen Strabanzer zum ersten Male den wilden Mann, das heißt, den wilden Junghengst. Janos, der alte Pferdekenner aus Ungarn, hatte zwar seine helle Freude an dem jungen und eigenwilligen Tier, aber Grits Hoffnung, die teilte Janos nicht. Grit träumte nämlich davon, eines Tages auf Strabanzer allen Ponyreitern weit und breit davonzupreschen. Schmunzelnd betrachtete der alte Janos den Kampf zwischen Grit und dem Junghengst. Doch der Tag der Entscheidung kam.