Seine Zeit und sein Leben, sein Werk und seine Wirkung
Bernard Bolzano, geboren 1781 in Prag, war ein bedeutender Logiker und Mathematiker, der auch als katholischer Priester reformbedürftige Ansichten vertrat. Wolfgang Künne schildert Bolzanos Leben und Wirken im Kontext der tschechischen Geschichte und stellt seine wichtigsten Schriften vor, ergänzt durch zeitgenössische Einblicke.
Auch Philosophen, die nicht mehr wie die von Platon beschriebenen Giganten „steif und fest behaupten, nur das sei, was man irgendwie berühren und anfassen kann“, gerieten oft in Verlegenheit wegen der Abstraktheit gewisser Gegenstände. Sie geben zu, daß viele prima facie wahre Aussagen von Eigenschaften, Typen, Propositionen, Zahlen und anderen abstrakten Gegenständen zu handeln scheinen; aber sie haben Skrupel zuzugestehen, daß es solche Gegenstände „wirklich“ gibt. Ausdrücke, die sich allem Anschein nach auf sie beziehen, sind in ihren Augen sprachliche Irrlichter, die in metaphysische Sümpfe führen. Wolfgang Künne hat für diese Neuauflage seines viel gelesenen Plädoyers für den „Platonismus“, das zuerst 1983 erschienen ist, einen Essay über die Kategorien Eigenschaft und Begriff geschrieben, dem man entnehmen kann, wie sich ihm der gegenwärtige Stand des „Universalienstreits“ in der analytischen Philosophie darstellt und in welchen Hinsichten er seine früheren Auffassungen revidiert hat.