Wie Frauen die Geschichte prägten – und warum wir nichts davon wissen. Ein feministischer Blick auf die UrgeschichteÜber weite Strecken der Geschichte sind Frauen unsichtbar – erst recht in der Ur- und Frühgeschichte. Es sind Männer, die jagten, die Werkzeuge und Waffen erfanden, die Höhlenmalereien hinterließen und als Erfinder zivilisatorischer Errungenschaften gelten. Frauen, so das gängige Bild, hielten sich im Heim auf und damit: im Hintergrund. Marylène Patou-Mathis rückt dieses Bild gerade und zeigt: Es gibt keine Fakten, die diese Annahmen stützen. Neue archäologische Funde haben ergeben, dass prähistorische Frauen mitnichten das unterworfene Geschlecht waren, zu dem männliche Wissenschaftler der Neuzeit sie gemacht haben. Eine überfällige Analyse der weiblichen Unsichtbarkeit, die den Frauen zu ihrem rechtmäßigen Platz in der Geschichte verhilft.
Marylène Patou-Mathis Knihy



La preistoria è donna. Una storia dell'invisibilità delle donne
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Non ci sono prove che gli "artisti" delle grotte di Lascaux fossero uomini. Non ci sono neppure prove che solo gli uomini cacciassero i bisonti o che i progressi tecnici nella prima agricoltura siano stati attribuibili solo agli uomini. È chiaro, invece, che la nostra visione della storia è determinata da un punto di vista maschile e patriarcale. Quando nel diciannovesimo secolo la preistoria è stata studiata per la prima volta come periodo, la visione è stata sviluppata da uomini che hanno proiettato gli stereotipi del loro tempo sull'epoca preistorica. Le donne erano viste come "generatrici" il cui ruolo era limitato all'educazione dei bambini, al lavoro domestico e alla raccolta del cibo. Questa visione sta iniziando a cambiare grazie a nuove scoperte e ricerche archeologiche sulla divisione dei ruoli. Non ci sono prove di una gerarchia "naturale" tra i sessi. Patou-Mathis smantella i pregiudizi sessisti che per lungo tempo hanno determinato l'immagine delle donne preistoriche, gettando così una nuova luce sul ruolo di queste donne nella storia.
Überlieferungen und Rollenzuschreibungen haben bis heute die Überzeugung gefestigt, dass Frauen in Gesellschaft, Politik, Kunst und Kultur hinter Männern zurückstanden. Jüngste Forschungen zeigen jedoch, dass Frauen über Jahrhunderte hinweg vielfältige und aktive gesellschaftliche Rollen einnahmen, bevor sie und ihr Wirken aus dem Blick gerieten. Die französische Prähistorikerin Marylène Patou-Mathis hebt hervor, dass bereits Artefakte aus der Urzeit andere Deutungen der weiblichen Präsenz nahelegen als die tradierten, männerdominierten Lesarten. Sie verfolgt schriftliche Überlieferungen späterer Epochen, die Frauen in Wissenschaft und Kultur zeigen. Anhand zahlreicher Beispiele demonstriert sie, wie Frauen in ihren Handlungsfeldern im Namen von Recht oder Religion marginalisiert wurden, während der Mythos männlicher Dominanz über Frauen und ihre Körper unhinterfragt blieb. Auch in der Neuzeit wurden Frauen selbstverständlich Männern untergeordnet. Ihre Teilhabe an Bildung, Wissenschaft, Kultur und Politik wurde oft bis in die Gegenwart hinein verwehrt, oft unter Berufung auf weibliche Konstitution oder Schicklichkeit. Patou-Mathis argumentiert, dass das verschwiegen und ignoriert wurde, was das vielfältige Wirken von Frauen betrifft, und so ein verzerrtes Bild der Geschlechterverhältnisse perpetuiert wurde, das Frauen auf Haus und Familie reduziert. Es ist an der Zeit, dieses Bild neu zu zeichnen.