Das Libretto im zeitgenössischen Musiktheater
Transformationsprozesse von Text, Musik und Aufführung
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Das zeitgenössische Musiktheater ist geprägt von einer Vielzahl an Themen, Stilen und Arbeitsprozessen, wobei das Libretto und seine musikalisch-theatrale Umsetzung zentrale Merkmale des Formenpluralismus darstellen. Dies wirft grundlegende Fragen zur Definition eines zeitgenössischen Librettos auf, da der Begriff oft mit Werken des 18. und 19. Jahrhunderts verknüpft ist. Die Forschung zeigt, dass das zeitgenössische Libretto nicht zwingend auf Narration und Figurenrede basiert, sondern vielmehr eine individuelle und kollektive Ästhetik sowie Produktionsweise widerspiegelt. Anhand von fünf Beispielen aus dem deutschsprachigen Musiktheater werden neue Begriffe vorgeschlagen, die die nicht-narrativen, experimentellen Strukturen des zeitgenössischen Librettos auf textlicher, musikalischer, szenischer und produktionsbezogener Ebene beschreiben. Das Werk reiht sich in aktuelle Debatten über das Verhältnis von Schriftlichkeit und Performanz ein und schließt eine Lücke in der Librettoforschung, indem es den Fokus auf die Aufführung legt. Untersucht werden die Werke "Oceane", "Violetter Schnee", "Benjamin", "Diodati. Unendlich" und "Banuta". Die Struktur umfasst theoretische und methodische Überlegungen, Entwicklungstendenzen des Musiktheaters seit dem 20. Jahrhundert sowie Transformationsprozesse von Text, Musik und Aufführung im zeitgenössischen Kontext.
