Armenien gestern und heute - "Die Aschen der Opfer schlagen in unseren Herzen"
Zu einer Theorie der armenischen Memorialkultur
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Das Buch präsentiert Ergebnisse einer Langzeitforschung zur armenischen Kultur, wobei die wechselhafte Geschichte und das kollektive Gedächtnis im Fokus stehen. Ein zentrales Beispiel ist das Denkmal, das als "Zeitmaschine" fungiert, indem es die Trennung zwischen Lebenden und Toten überbrückt. Die Verbindung zwischen einem Denkmal, seinen Erbauern und Nutzern reflektiert das kollektive Gedächtnis, das insbesondere durch den Märtyrerkult an vergangene Opfer erinnert. Das einführende Kapitel behandelt die ethnologische Forschung und die Grenzen zwischen Forschenden und dem Fremden. Kapitel 2 beleuchtet die armenische Geschichte aus Innen- und Außenperspektive und zeigt, wie Fremdes das Eigene ergänzt. Imitation, Maskierung und Inkorporation sind zentrale Handlungsmuster. Das dritte Kapitel analysiert Gedächtnistheorien von Halbwachs, Assmann und Nora, um die Beziehungen zwischen Individuum, Gesellschaft, Tradition und Moderne zu beleuchten. Denkmäler werden in diesem Kontext betrachtet, wobei Kunst und Musik, insbesondere der Kreuzstein und die Werke von Komitas und Chatschaturjan, hervorgehoben werden. Das vierte Kapitel widmet sich dem Genozid-Denkmal in Jerewan, seiner Geschichte und den Ritualen am 24. April. Der Streit um die Anerkennung des Genozids von 1915 betrifft nicht nur die Türkei und Armenien, sondern hat auch europäische Dimensionen, die in der Begriffsgeschichte des "Genozids" sichtbar werden. Die Betrachtung ge
