Inklusion als normative Aufgabe
Rekonstruktionen zur Alltagsmoral grundschulpädagogischer Praxis
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Lehrer*innen der Grundschule stehen vor der Herausforderung, die Normativitäten der Inklusion in ihre tägliche Praxis zu integrieren. Diese rekonstruktive Studie untersucht, wie diese Professionalisierungsaufgabe im (berufs-)biographischen Sprechen behandelt wird. Der Fokus liegt auf der Bedeutung pädagogischer Tradierungen, der Neuordnung von Beziehungen zu anderen Akteur*innen und dem Umgang mit Abweichungen. Zudem wird ein Muster gesucht, das die professionalisierte Alltagsmoral der Grundschule im Kontext der Inklusion beschreibt. Die Reihe 'Dokumentarische Schulforschung' bietet methodische und thematische Auseinandersetzungen an der Schnittstelle schulischer Themen und Dokumentarischer Methode. Die theoretischen Grundlagen umfassen den Wandel durch Inklusion, die Bestimmungen des Grundschullehrer*innenberufs sowie die Übersetzung der Normativitäten in eine Alltagsmoral. Die empirische Untersuchung basiert auf narrativ-biographischen Interviews und betrachtet verschiedene biographische Orientierungsrahmen von Lehrer*innen. Die Ergebnisse zeigen vier Ethos-Typen: Harmonisieren, Provozieren, Adaptieren und Monieren, die unterschiedliche Ansätze zur Inklusion und den Umgang mit Abweichungen darstellen. Die Diskussion beleuchtet die Stabilität und Dynamik dieser Ethos-Typen und schließt mit einem Fazit, das das Ethos des Adaptierens als zentralen Modus der alltagsmoralischen Übersetzung der Inklusion identifiziert.
