Recht, Moral und Sittlichkeit müssen aus normativer Sicht auf Freiheit basieren, während sie aus phänomenologischer Sicht bestehende Lebensordnungen darstellen, die anerkannt werden müssen. Hegels Denken markiert den Beginn einer Entwicklung, die die Idee einer universal verbindlichen Naturrechts- und Morallehre in Frage stellt. Für Ilting ist dies nicht nur ein theoretisches Problem, sondern auch ein entscheidender Teil seines eigenen philosophischen Weges. Hegel hatte die Notwendigkeit der Begründung des Normativen aus den Augen verloren, was Ilting als seine eigene Aufgabe ansah. Mit fortschreitender Auseinandersetzung entfernte sich Ilting zunehmend von Hegel. Was anfangs als Gefahr erschien, wurde für ihn in der Hegelschen Rechtsphilosophie zur konkreten Realität, sodass er Hegel schließlich als einen der Väter des historischen Relativismus betrachtete. Das Buch bietet eine umfassende Analyse von Hegels Auseinandersetzung mit der aristotelischen Politik, der Struktur seiner Rechtsphilosophie, der Dialektik in dieser Philosophie sowie der Kritik des jungen Marx. Es behandelt auch Hegels Begriffe des Staates, der Naturphilosophie und des Organischen und schließt mit einem Anhang, der den Zusammenhang zwischen Rechts- und Geschichtsphilosophie in Hegels System beleuchtet.
Karl-Heinz Ilting Pořadí knih (chronologicky)
