Entführung und Gefangenschaft
Erfahrene Unfreiheit in gewaltsamen Konflikten im Spiegel spätmittelalterlicher Selbstzeugnisse
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Gewaltsame Konflikte des Spätmittelalters führten häufig zu Entführungen und Gefangenschaften. Diese Studie untersucht die Erfahrungen von Gefangenen, indem sie sich auf deren eigene Berichte stützt, anstatt nur einzelne Aspekte des Themas zu betrachten. Ein 9-Phasen-Modell, das aus dem modernen Krisenmanagement adaptiert wurde, ermöglicht eine vergleichende Analyse der Selbstzeugnisse zu intra- und transkulturellen Gefangenschaften. Dadurch werden Mechanismen der Gefangenschaft sowie subjektive Erzähl- und Bewältigungsstrategien sichtbar. Der Hauptteil der Studie gliedert sich in zwei Abschnitte: die intrakulturellen und die transkulturellen Gefangenschaften. Im ersten Teil werden verschiedene Aspekte der Gefangenschaft im Mittelalter betrachtet, einschließlich Kriegsgefangenschaft, Geiselnahme, Unterbringung und Lösegeldverhandlungen. Zudem werden spezifische Fälle von Gefangenen, darunter Militärangehörige und Fürsten, behandelt. Der zweite Teil widmet sich den transkulturellen Gefangenschaften im Osmanischen Reich, beleuchtet die osmanische Expansion und das Heerwesen sowie die Rolle von Sklaven. Hier werden militärische Gefangenschaften und gewaltsame Überfälle analysiert, wobei auch individuelle Schicksale von Gefangenen wie Johannes Schiltberger und Hans Staden im Fokus stehen. Die Studie schließt mit einer umfassenden Zusammenfassung der Erkenntnisse.
