Die Bildnisrepräsentation des Titus und des Domitian
Siedlungsgeschichte, politische Institutionalisierungs- und gesellschaftliche Formierungsprozesse
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Als wichtiger Teil der römischen Herrscherrepräsentation werden erstmals alle Bildnisse des Titus und des Domitian unter Berücksichtigung ihrer medialen Eigenschaften untersucht. Die Arbeit bietet eine grundlegende Aufbereitung der Typologie der Porträtköpfe, die Einblicke in das offizielle Selbstbild ermöglichen. Während die beiden zunächst in unterschiedlichen Rollen als Prinzen dargestellt wurden, entsprach das Porträtkonzept bei Regierungsantritt dem zeitgenössischen Luxushabitus. Ein gemeinsames Familiengesicht der Flavier und Domitians Annäherung an das Titusbildnis sind bewusste Legitimationsversuche. Aus der Perspektive der Ehrenden zeigt sich ein medialer Wandel der Herrscherrollen unter den Flaviern, insbesondere bei Domitian, der bereits unter Nero einsetzt und in der Darstellung des militärisch siegreichen und überhöhten Herrschers kulminiert. Im Vergleich zu Titus ist eine Steigerung der Bildnisbotschaften bei Domitian zu beobachten, die trotz der späteren Ablehnung seiner Herrschaft in den Porträts seiner Nachfolger fortgeführt werden. Dies bestätigt den malus princeps als wichtigen Entwicklungsschub für das Herrscherbild. Zudem lässt die verstärkte Thematisierung dynastischer Verbindungen in den offiziellen Bildmedien die größere Akzeptanz eines monarchischen Herrschaftsanspruchs erkennen, was die sukzessive Festigung der Position des Princeps ab flavischer Zeit verdeutlicht.
