Lyrische Autobiographien und Selbstporträts
Versuch einer kritischen Revision
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Das Buch untersucht 'lyrische Selbstentwürfe', also lyrische Texte, die Anzeichen einer literarischen Selbstthematisierung ihrer Verfasser aufweisen. Die strikte Trennung zwischen 'lyrischem Ich' und AutorIn, eine gängige Annahme in der Literaturwissenschaft, hat eine umfassende Auseinandersetzung mit diesen Texten erschwert. Die Studie zielt darauf ab, eine Theorie des lyrischen Selbstentwurfs zu entwickeln, um Werke, die auf ihre AutorInnen verweisen, stärker in den Fokus der Literaturwissenschaft zu rücken und als eigene Textsorte klarer zu definieren. Der Aufbau der Untersuchung ist zweigeteilt: Teil I bietet eine kritische Revision etablierter Praktiken und Theorien, während Teil II konzeptionelle Lücken schließt, ergänzende Analysebegriffe entwickelt und deren Anwendung an konkreten Beispielen zeigt. Dies verdeutlicht die Vielfalt der Erscheinungsformen der betrachteten Gattung. Die Arbeit leistet grundlegende literaturtheoretische Forschung und bietet Interpretationen exemplarischer Texte von Autoren wie Goethe, Brecht und Rilke. Zentrale Fragestellungen beziehen sich auf das 'lyrische Ich', den 'Sprecher' und die Positionierung der Lyrik zwischen Fiktionalität und Faktualität sowie deren Marginalisierung in der Autobiographieforschung.
