Retour à Berlin
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Wie findet man Deutschland wieder? Wie sucht man nach der verlorenen Zeit, die unter der jüngeren Vergangenheit dieses schrecklichen zwanzigsten Jahrhunderts begraben ist? Ich erinnere mich an einen Sommer, frisch aus Deutschland zurückgekehrt, mit zwanzig Jahren, wie ich mit dem Fuß eine Schaukel anstieß, auf der ich Mme de Staël las, die einen Apfelbaum in Leipzig beschrieb, dessen Äste über eine Mauer hingen und dessen Früchte von den Passanten respektiert wurden. Plötzlich erschienen mir die Regenschirme der Universität Freiburg, wo ich studierte. Die Studenten hängten sie im Foyer zum Trocknen auf, und jeder fand sie nach den Vorlesungen wieder. Diese Parallele ließ mich sprachlos. Gibt es also grundlegende Linien in den Völkern, die sich nicht ändern? Gibt es eine intellektuelle Biografie, die jede Nation prägt und ihren Alltag durchdringt? Dieses Tagebuch vereint von Januar bis Dezember 1997 historische Analysen, persönliche Beobachtungen, intellektuelle Reflexionen, Erzählungen und Porträts.

