Positive nihilism
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Professor Montag findet in den Unterlagen seiner Frau eine vorformulierte Todesanzeige für den Fall seines Ablebens. Nach einer Operation kann er nicht mit ihr über diesen Fund sprechen, spürt jedoch eine unbenennbare Veränderung in ihrer Beziehung. Trotz innerer Spannungen plant er die jährliche Urlaubsreise, die die gesamte Familie nach Triest führt. Die Familie ist von unterschwelligen Konflikten geprägt, die meisterhaft durch feine Nuancen beschrieben werden. Unterdrückte Gefühle, ungelöste Probleme und gesellschaftliche Erwartungen an den alten Mann, der bald sterben soll, dominieren die Reise. Im Kontrast dazu stehen Montags lebensbejahende Empfindungen, die durch Metaphern von Weite und Unruhe zum Ausdruck kommen. Die Reise endet am Capo d'Orlando, einem Felsen, der ins Meer führt. Vier Monate später stellt seine Frau Irene fest, dass er während der Reise verschwunden ist. Wie in einer vorherigen Erzählung thematisiert auch diese Geschichte Fluchten aus Lebenskrisen, die die Menschen ihrer Lebendigkeit berauben. Anders als im anderen Werk bleibt hier unklar, ob Montag noch lebt. Der Autor schafft es, mit wenigen Worten die Rätselhaftigkeit der menschlichen Existenz zu erfassen. Die präzise Sprache und die Andeutungen laden den Leser ein, die dargestellten Probleme weiterzudenken. Diese Erzählminiatur beleuchtet alltägliche Herausforderungen und ist sehr empfehlenswert.
Ein verjährter Mord und seine Sühne. Ein Historiker im Sog der Vergangenheit. Der abgründige Eros eines Studienrats. Drei Novellen, die eines gemeinsam haben: Sie beschreiben die Suche nach Glück über dem Abgrund des Endlichen.
Novellen, die vom Zustand jener Unglücklichen erzählen, denen das Bewußtsein ein besonderes Verhängnis war. Novellen über Nietzsches Wahnsinn, die Goebbels-Kinder, den rätselhaften Freitod von Kleist und Henriette Vogel, den Nihilisten Alfred Seidel, der, kaum neundzwanzig Jahre alt, in einer Erlanger Nervenklinik endete, und über eine Jüdin, die mit einem SS-Mann, ihrem Mörder, spazierengeht."
Eine Virenseuche, die die Menschheit vernichten könnte: Doch droht dieser nicht ein viel schlimmerer Feind? Was bewundert ein Publikum bei der Darstellung einer Schwindsüchtigen auf der Opernbühne oder einer Absinth-Trinkerin in einem Museum? Wie die Natur ein Denkmal attackiert, das sich die Menschheit gesetzt hat. Über Trennungen und Erfahrungen von Wunden, die nicht heilen wollen. Und über Stolpersteine unserer Befindlichkeit.
In der Titelnovelle ist der Icherzähler zu Gast bei Arthur Schnitzler, man schreibt den Herbst 1931, es sind Schnitzlers letzte Tage ... Als Schnitzler die Villa in der Sternwartestraße betrat, meinte er, im Hintergrund des Korridors, dort, wo es beinahe dunkel war, einen Schatten zu sehen. Eigentlich etwas Helles, Hochaufragendes, als stünde dort jemand, aber es war eine Anwandlung, die sofort wieder verschwand. Ein Reisender kommt mit dem Flugzeug nach Tel Aviv, ist einige Stunden später in Jerusalem, kurz danach steht er auf der Anhöhe von Golgatha und schaut durch die offene Kuppel der dortigen Kirche, er sieht nur einen diesigen Lichtschein. Kurz danach findet sich Hans-Peter Ludwig, wie er es wünschte, im Freien wieder. Er hing am Kreuz, und das erste, was er hörte, war jene Stimme der Mimi aus der Oper des Puccini, die er so liebte... und nun sah er über sich jenes flirrende, nahezu unbegrenzte Blau. Vier neue Novellen von Hartmut Lange: Herr Semmering µ Schnitzlers Würgeengel µ Die Mauer im Hof µ Der Himmel über Golgatha. Verbunden sind diese Novellen durch das ihnen voranstehende Motto: »In der Unheimlichkeit steht das Dasein ursprünglich mit sich selbst zusammen.« Heidegger "
Die Nachricht von der Tat eines Pfarrers, der sich selbst verbrannt hat, beunruhigt die Hauptpersonen dieses Romans: Sempert, der in einem kleinen Dorf an der Elbe Ruhe sucht, um ein Traktat zu schreiben. Und Koldehoff, den Pfarrer dieser Gemeinde. Koldehoffs Tochter und Sempert verlieben sich ineinander Bis ein anderes Ereignis Sempert und Koldehoff auf unterschiedlichste Weise betrifft und betroffen macht. "
Der rätselhafte Tod von Mertens Freund Achternach führt ihn zu dessen Witwe Gerda in Berlin, die einst seine Jugendliebe war. Das Wiedersehen weckt nostalgische Gefühle und mögliche Zukunftspläne, doch Gerdas psychische Probleme, einschließlich Wahnvorstellungen und Selbstgespräche, belasten die Atmosphäre im Haus. Merten wird zunehmend von der düsteren Stimmung ergriffen, während er versucht, die Geheimnisse um Gerda und ihre Vergangenheit zu entschlüsseln.
Der mondäne Badeort Binz auf der Insel Rügen ist berühmt. Und eine eindrückliche Bühne für unerwartete Begegnungen und Lebenskrisen. Schauplatz Rom, eine weitere Kulisse für große Lebensfragen. Wie gefeit ist die »Ewige Stadt« wirklich gegen die Vergänglichkeit? Zehn abgründige, melancholisch schöne Novellen über das, was einmal war und noch immer lebendig ist, über ein berühmtes Bild aus der Alten Nationalgalerie, über philosophischen Trost. Und vor allem darüber: Was hat Bestand?